Eigenmarken

Eigen- und Handelsmarken boomen, doch Insolvenzen drohen!

Dieser Beitrag ist Teil 14 von 14 in der Serie Eigenmarken

Eigen – und Handelsmarken boomen seit Monaten immer mehr – Trotzdem gibt es die ersten Insolvenzen von Herstellern- Warum?

Fakt ist: Der tägliche Einkauf im Supermarkt wird immer teurer. Im Oktober waren Lebensmittel laut Angaben des Statistischen Bundesamts 20,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Das hat natürlich auch einen starken Einfluss auf das Kaufverhalten der Menschen. Viele Kunden sparen während der anhaltenden Inflation, wo immer  es geht, was in den letzten Monaten den Eigen- und Handelsmarken vieler Händler entgegen kam. Dazu kommen noch die Probleme großer Unternehmen wie Rewe oder Edeka, dass viele Markenprodukte wie z.B. der Mars- Gruppe oder Coca Cola aufgrund uneiniger Einkaufsgespräche nicht geliefert werden.

So greifen Kunden verstärkt nach Produkten der Handelsketten mit Namen wie „Gut und Günstig“ von Edeka oder auch „Ja“ der Rewe- Gruppe. Die sogenannten Handelsmarken hatten Ende September laut den Marktforschern der GfK einen Umsatzanteil von 42,8 Prozent am 149 Milliarden Euro schweren Markt. Ein Jahr zuvor waren es noch 40,7 Prozent. Während der mehreren Lockdowns in der Corona-  Pandemie griffen viele Verbraucher verstärkter noch zu Markenprodukten, weil sie ihr Geld nicht in Restaurants oder für teure Urlaubsreisen ausgeben konnten.

Hersteller beklagen geringe Margen.

„Eigentlich“ müssten sich alle Hersteller von Handelsmarken freuen, da die Verbraucher verstärkt nach den oft günstigen Eigenmarken der Supermärkte oder auch Discounter greifen.Doch diese für Eigenmarken-Hersteller sehr erfreuliche und positive Entwicklung, könnte auch zu einem Problem werden. Denn durch die günstigen Preise fällt die Marge für Produkte der Eigenmarken deutlich geringer aus. Ein Grund für die nicht so große Begeisterung der Hersteller liegt auch an der großen Herausforderung durch die steigenden Preise bei den Energie- Transport und Rohstoffkosten.

Weitere Insolvenzen drohen.

Schon gibt es die ersten Insolvenzen von Herstellern, die Kosten nicht mehr „stemmen“ können oder die Margen nicht ausreichend für ein kostendeckendes Weiterbestehen des Unternehmens sind. Beispiel: Das schwäbische Unternehmen Schätzle, das jährlich ca. 120 Tonnen Nudeln für Aldi oder Edeka lieferte, stellte Ende September diesen Jahres bereits seinen Betrieb ein. Auch der bekannte Bonbonhersteller für Eukalyptusbonbons  Bodeta aus Sachsen-Anhalt musste Ende September in Insolvenz mit Eigenverwaltung gehen. Auch schon im letzten Jahr gingen zwei Hersteller von Reinigungs- und Waschmitteln ( Thurn und Sopronem) in Insolvenz. Beide lieferten Eigenmarken für die Discounter Lidl und Aldi.

Schwarz- Gruppe reagiert.

Foto: Kaufland

Um diesem negativen Trend stärker entgegenzuwirken, setzt die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland auf neue Konzepte und Strategien. Dazu gehört auch die Übernahme der Erfurter Teigwaren Ende September diesen Jahres. Die Erfurter Teigwaren GmbH ist die älteste Nudelfabrik Deutschlands. Seit 1793 werden dort Teigwaren hergestellt. Das Unternehmen ist mit einer Produktionsmenge von ca. 100.000 Tonnen pro Jahr aktuell der größte Nudelhersteller in Deutschland und beschäftigt etwa 170 Mitarbeiter. Nudeln aus Erfurt werden künftig wohl fast ausschließlich bei Lidl und Kaufland zu kaufen sein.

Ziel der Schwarz- Gruppe ist, den Anteil selbst hergestellter Produkte zukünftig noch zu erweitern, um neben einer besseren Versorgung auch die Margen zu erhöhen. Es bleibt abzuwarten, wie andere Handelsunternehmen auf die drohenden Insolvenzen weiterer Hersteller von Eigenmarken reagieren.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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