Tegut

Erpressung!!! – Hacker-Angriff bei Tegut

Hacker legen E-Mail-Server und Warenwirtschaftssystem lahm

Ende April standen die Kunden bei Tegut plötzlich vor leeren Regalen. Die Hacker-Gruppe Nefifilm hat sich in das Computersystem gehackt und die E-Mail-Server und das Warenwirtschaftssystem lahmgelegt. Tegut musste die Bestellungen zeitweise ganz old-school über vorherige Bestelllisten und übers Telefon ordern. Obwohl das Disposystem nach einigen Tagen wieder hochgefahren werden konnte, waren die Regale nicht wieder sofort voll. Vor allem bei Molkereiprodukten, Tiefkühlwaren und Getränken mussten die Kunden länger auf volle Regale warten. Nichtsdestotrotz sind die größten Lücken behoben. Bei der Warenbeschaffung konnte man sich auch auf die Hilfe der RTG-Partner verlassen.

Hacker erpressen Tegut

Die Erpresser fordern die Zahlung eines Lösegeldes. Erst danach wollen sie die Rechner des Unternehmens wieder vollständig freigegeben. Tegut zeigt sich unbeeindruckt von den Forderungen und zahlt kein Lösegeld. Sie bauen unter Hochdruck ihr Computersystem neu auf. Die Hacker veröffentlichen als Reaktion auf die Weigerung Firmendaten im Darknet. Fotos aus dem Warenlager, Richtlinien für Bewerbungsverfahren, Protokolle von Besprechungen, Umsatzberechnungen, Budgetaufstellung, persönliche Daten über Mitarbeitenden – das alles stellte die Hackergruppe auf ihrem eigenen Portal online. Den veröffentlichten Datensatz haben sie mit dem Zusatz „Teil 1“ versehen. So erhöht sich der Druck auf Tegut weiter. Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass Tegut das Lösegeld bezahlen wird. Der Geschäftsführer von Tegut stellt klar, dass man kriminellen Machenschaften keinen Vorschub leistet und man sich auf keine Verhandlungen mit Kriminellen einlässt.


Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie bei fast jedem Hacker-Angriff wurde das Virus über eine E-Mail mit gefälschtem Absender ins System eingeschleust. Wenn es dort angekommen ist, wird nach Programmen gesucht, die Sicherheitshürden und Online-Sicherheitskopien löscht. Währenddessen werden die Daten geklaut. Danach melden sich die Hacker, wie auch bei Tegut geschehen, per Mail und fordern Geld für die gestohlenen Daten. Um das genaue Vorgehen bei dem Angriff auf Tegut herauszufinden, ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt nun. Da es technisch höchst anspruchsvolle Ermittlungen sind, dauern die Recherchen noch an.

Nach dem Boom im letzten Jahr trifft der Hacker-Angriff Tegut sehr empfindlich und zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Hattet ihr schon einmal ähnlichen Angriff zu verkraften? Wie schützt ihr euch gegen Hacker? Bitte berichtet uns über eure Erfahrungen auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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