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E-Tankstellen fordern den Handel heraus

Kreativer Umgang mit E-Tankstellen ist gefragt

Die Gesetzeslage ist klar. Immer mehr E-Tankstellen sind auch im Handel verpflichtend. Erst im März hat das Bundeskabinett das neue Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz auf den Weg gebracht (GEIG). Demnach muss die Anzahl der Ladestationen innerhalb kurzer Zeit massiv hochgefahren werden. Das kostet natürlich Zeit und Geld. Vor allem der Netzanschluss wird kostspielig. Deswegen vermuten Insider, dass der E-Sprit nicht mehr lange zum Nulltarif angeboten wird. Außerdem ist die Vermietung der Parkplätze mitsamt der Ladestation im Gespräch. Denn nachts sowie an Sonn- und Feiertagen stehen im Handel die Parkplätze leer. Für eine clevere Auslastung und gleichzeitige finanzielle Einnahmequelle könnten die Plätze in dieser Zeit sehr gut vermietet werden. So könnte auch eine langfristige Finanzierung gewährleistet sein.

 

Anzahl der E-Tankstellen wird rapide zunehmen

Wenn die Finanzen also geklärt sind, dann kann mit dem Ausbau gestartet werden. Und das sollten die Unternehmen auch zügig tun. Denn das GEIG hat klare Vorlagen für Parkflächen, die nicht zu Wohngebäuden gehören. Auf Parkplätzen, die neu errichtet werden und die mehr als 10 Stellflächen haben, muss ab sofort auf jeder fünften Parkfläche eine Ladestation installiert werden. Dies gilt auch für Parkplätze, die von Grund auf renoviert werden. Spätestens in fünf Jahren müssen dann auch alle bestehenden Parkflächen mit mehr als 20 Stellplätzen eine E-Tankstelle vorweisen. Das EHI Retail Institute hat sich mit der neuen Gesetzeslage ausgiebig auseinandergesetzt. Laut ihren Prognosen muss innerhalb kürzester Zeit nun auf 6000 Verkaufsstellen eine Ladestation gebaut werden. Da kommen auf den Handel viel Arbeit und hohe Kosten zu. Doch um die Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten, wird sich keiner vor den Investitionen drücken.

EHI-Studie über E-Tankstellen

Um die Sachlage besser einschätzen zu können, hat die EHI 56 Handelsunternehmen zum Thema E-Tankstellen befragt. Von den 56 Handelsunternehmen waren 26 Unternehmen mit 18.000 Filialen aus der Lebensmittelbranche. Bisher sind es 29 Prozent der Handelsunternehmen, die noch keine Ladestation vorzuweisen haben. Aber alle haben es auf der Agenda. Spätestens bis 2021 wollen 45 Prozent ihre erste Ladestation aufbauen oder ihre Anzahl erhöhen.  20 Prozent planen sogar mehr als 50 neue Ladestationen. 44 Prozent der Unternehmen bieten den Kunden an mehr als 5 Prozent ihrer Parkplätze mindestens eine E-Zapfsäule an. Über ganz Deutschland verteilt existieren momentan über 1000 Ladepunkte. Da ist demnach noch deutlich Luft nach oben.

Der Druck das Netz der E-Tankstellen zu erweitern ist für den Handel also ordentlich. Ob die Kundennachfrage entsprechend auch zunimmt, ist die spannende Frage. Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder bei Facebook eure Meinung zu diesem Thema.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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