Fleisch

Die Deutschen essen weniger Fleisch.

Dieser Beitrag ist Teil 13 von 13 in der Serie Fleisch

Fleischverzehr sinkt in Deutschland auf Rekordtief – Die Deutschen essen weniger Fleisch.

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr so wenig Fleisch gegessen wie seit über 30 Jahren nicht mehr. Der Pro-Kopf-Verzehr sank 2022 im Vergleich zum Vorjahr um über vier Kilogramm auf insgesamt 52 Kilogramm. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnungen aus dem Jahr 1989 wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilte.

Im Zehn-Jahres-Vergleich sei der Pro-Kopf-Verzehr sogar um knapp 9 Kilogramm gesunken (2012: 60,9). Am größten ist der Rückgang demnach beim Schweinefleisch. Hier aß jeder Deutsche im vergangenen Jahr im Schnitt 29 Kilogramm, 2020 waren es etwa 31 Kilogramm pro Person; 2012 sogar noch knapp 39 Kilogramm. Der Pro-Kopf-Verzehr von Rindfleisch sei im Vorjahres-Vergleich um 900 Gramm auf 8,7, der von Geflügel um 400 Gramm auf 12,7 Kilogramm zurückgegangen. Jede und jeder Fünfte verzehrt laut dem Report täglich Fleisch und Wurstwaren. Im vergangenen Jahr war es noch jeder Vierte, und 2015 war es in etwa jeder Dritte. Dafür stieg die Beliebtheit von vegetarischen und veganen Alternativen stetig an. Jeder, Jede Zehnte greift demnach inzwischen täglich zu solchen pflanzlichen Produkten, drei Jahre zuvor waren es noch 5 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 18 Prozent am höchsten, bei den Menschen ab 60 mit 5 Prozent am niedrigsten. Auch das Statistische Bundesamt stellte vor kurzem fest, dass auch die Fleischproduktion eingebüßt hatte. Im Vergleich 2022. Zum Vorjahr um ca. acht Prozent, in der ersten Jahreshälfte 2023 sogar um weitere sechs Prozent.

Trend zu pflanzenbasierter Ernährung.

Als einer von  möglichen Gründen für den sinkenden Fleischverzehr nennt die BLE steigende Tendenzen zu einer pflanzenbasierten Ernährung in der Bevölkerung. Immer weniger Fleisch, immer mehr pflanzliche Alternativen: Der Ernährungsreport 2023 zeigt einen starken Trend bei der Ernährung in Deutschland auf.  Interessant in der Studie auch, dass es für fast alle Konsumentinnen und Konsumenten wichtig ist, dass das Essen gut schmeckt. 91 Prozent legen Wert darauf, dass es gesund ist. Bei 71 Prozent der Befragten stehen Gemüse und Obst mindestens einmal pro Tag auf dem Speiseplan. Dass die Produkte aus der Region kommen, in der sie wohnen, ist 78 Prozent der Menschen bei Fleisch- und Wurstwaren wichtig, bei Eiern sogar 88 Prozent. Für den jährlichen Ernährungsreport befragte das Institut Forsa vom 15. bis 26. Mai rund 1000 Menschen ab 14 Jahre. Die Umfrage ist damit auch repräsentativ.

Der Konsum von veganen und vegetarischen Ersatzprodukten steigt hingegen. Die Hauptgründe, warum Menschen diese Produkte kaufen sind sehr unterschiedlich. Sei es aus Neugier oder aus Umwelt- und Tierschutzgründen. 63 Prozent der Befragten kaufen die Fleischersatzprodukte, weil sie ihnen schmecken, und 19 Prozent aufgrund von Allergien bzw. aufgrund von Unverträglichkeit tierischer Produkte.

Tiergerechte Haltung ist vielen auch wichtig.

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Ein weiteres sehr interessantes Ergebnis der Studie war, dass 91 Prozent der Ernährungsreport-Befragten fordern, dass sich die Politik mehr für artgerechte Tierhaltung einsetzt. 87 Prozent fordern den Ausbau des Ökolandbaus.

65 Prozent der Befragten achten beim Einkauf auf Tierwohllabel. Und noch mehr Menschen (66 Prozent) achten darauf, woher das Produkt stammt. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, der den Report vorstellte, betonte dass er auch die Tierhaltungskennzeichnung ausweiten will.

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Özdemir sieht sich durch den Ernährungsreport in seinem Ziel bestärkt, die Herkunftskennzeichnung beizubehalten und die Tierhaltungskennzeichnung auszuweiten. Im August war das von Bundesminister Özdemir vorgelegte Gesetz für eine staatliche, verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung in Kraft getreten. Die Haltungskennzeichnung umfasst fünf Haltungsformen: “Stall”, “Stall+Platz”, “Frischluftstall”, “Auslauf/Weide” und “Bio”. Das Gesetz regelt zunächst die Mast bei Schweinen und soll zügig auf andere Tierarten und weitere Bereiche in der Verwertungskette – etwa in der Gastronomie – ausgeweitet werden.

Fleisch: Ernährungsstrategie der Bundesregierung…

Foto: EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG

Des weiteren kündigte Özdemir  bei der Vorstellung des Ernährungsreports zudem an, in Kürze einen Entwurf für eine Ernährungsstrategie der Bundesregierung auf den Weg zu bringen. Ziel sei ein vielfältiges Essen in Kitas, in Schulen und Kantinen mit vielen gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln. Dazu warb der Bundesminister für seine Pläne zum Kinderwerbeschutzgesetz. Dieses soll vor allem Kinder vor Werbung für ungesunde Lebensmittel schützen. 

Auf jeden Fall muss auch betont werden, dass die Fleischbranche trotz negativer Zahlen, einen Teilerfolg für sich beanspruchen kann. Der Negativtrend der letzten Jahre hatte sich abgeschwächt, so dass der Fleischverzehr im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 0,7 Prozent zurückging.

Das bedeutet auch, dass Fleisch bei den Menschen immer noch ein große Rolle spielt.

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