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Aldi, nur billiger?

Harakiri im Discount-Mekka

Jetzt hat der nächste Discounter in Deutschland seinen Start gefeiert. Mere heißt er und gehört zu dem russischen Unternehmen Torgservis. Im Nord-Osten der sächsischen Metropole Leipzig, gleich hinter der Autobahn A 14, liegt in einem älteren Einkaufszentrum der 800 qm große Markt. KIK und TEDI liegen mehr oder weniger Tür an Tür. Die Lage ist nicht gerade erste Sahne, denn die altbekannten Discountgrößen, wie Lidl, Aldi, Netto und Co. fangen die Kunden schon mal stadtauswärts ab. Und trotzdem versucht es dieser Mere. Warum nur im Discounterdeutschland mit einem bereits schon vorhandenen Umsatzanteil von knapp 45%? Mittenrein in den Löwenkäfig? Wer sind seine Kunden und mit was will er überzeugen?

Zurück in die 70 er Jahre

Das Konzept von Mere ist einfach – sehr einfach. Man wird ein bisschen an die Anfangszeiten der renommierten deutschen Discounter erinnert, die wirklich an allem gespart haben. Palettenplatzierungen, einfache Beschilderungen und ein Miniatursortiment von rund 1000 Artikeln, vornehmlich Eigenmarken. Einen ersten Eindruck konnte man bisher nur aus den russischen, rumänischen und polnischen Betrieben gewinnen. Auch in Deutschland bleibt sich aber der neue Billigheimer seiner Sache treu. Er ist extrem billig und bringt sein Preisimage auch durch die eine oder andere Marke nicht annähernd in Gefahr. In seinen bisherigen Ländern ist er deshalb mindestens 10% günstiger, als alle vergleichbaren Wettbewerber in seinem Einzugsgebiet. Die Qualitäten seiner Produkte müssen wir allerdings erst mal mit anderen Händlern vergleichen, um tatsächlich von echten Superschnäppchen reden zu können. Lidl und Aldi zittern wohl nicht und bringen diese Woche zeitgleich Ihre kuschelige Bettwäsche. Wahrscheinlich, um sich selbst entspannte Ruhe zu gönnen.

Wie geht’s weiter?

Mere sucht bereits schon intensiv nach neuen Standorten. Die östlichen Bundesländer stehen dabei im Fokus. Ob es die günstigen Mieten sind, die vielen Leerstände oder die relativ günstigen Mitarbeiterpotentiale, wissen wir nicht. Es wird aber darüber gemunkelt, dass Mere sehr stark die einkommensschwächeren Bevölkerungsteile im Visier hat. Immigranten und osteuropäische Staatsbürger in Deutschland dürften ebenfalls zur Zielgruppe gehören. Aldi, Lidl, Penny und Co. machen ja schließlich immer mehr Platz nach unten. Das trading up dieser Discountriesen ist unübersehbar. Bio Listungen, Markenvielfalt, Sonderangebotspolitik und schicke Ladeneinrichtungen zielen klar in eine andere Richtung. Das alte und erprobte Discountprinzip der Anfangsjahre sah anders aus, hatte aber seine Bewährungsproben eindrucksvoll bestanden.

Die Eröffnung war schon mal ein voller Erfolg

Als wir heute um 17.00 Uhr den Markt in Leipzig besucht haben, brannte die Luft. 40 Kunden pro Kasse warteten doch recht geduldig auf den finalen Prozess. Die Macher von Mere werden mit dem ersten Handelstag in Deutschland höchstwahrscheinlich sehr zufrieden sein.

Wir wünschen dem neuen Händlermitglied in Deutschland viel Erfolg. Sorgt bitte mit euren Konzepten für eine weitere Bereicherung der Handelslandschaft.

Und die anderen? Reagiert Ihr oder legt ihr euch auch erst mal in die Aldi Bettwäsche und ruht? Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder unserem Facebook Account.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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