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Nonfood-Filialisten im Expansoinsfieber?

Die Expansionslust der Nonfood-Filialisten in Deutschland scheint schon fast beängstigend.

Ob TEDi, Zeeman, TK Maxx, Euro-Shop oder Kik. Wenn es um das Nennen ihrer Expansionsziele geht, scheut keiner der “Billigheimer” im Nonfood Bereich vor großen Zahlen zurück. Ein paar Beispiele gefällig? Der holländische Nonfood-Discounter Action gibt an, in Deutschland gemäß Plan die Marke von 200 Flächen bereits geknackt zu haben. Der Textildiscounter TK Maxx hat im vorigen Jahr mindestens 12 neue Filialen eröffnet und damit sein Ladennetz in Deutschland auf 120 Standorte vergrößert.  In seiner Heimat USA hat das Unternehmen in der gleichen Zeit 250 neue Läden aus dem Boden gestampft. In nur fünf Jahren will Kik weitere 1500 Filialen neu eröffnen. TEDi will in Deutschand in jeder Woche drei neue Läden eröffnen. Euro-Shop hat im Vorjahr die 300er Marke überschritten und peilt jetzt die 500 an. Die Nonfood-Filialisten sind in einem Expansionsrausch, bei dem es einem schon schwindelig werden kann.

Woher kommen die Umsätze trotz schwachem Gesamt-Wachstum?

Wenn der Nonfood-Markt überhaupt wächst, dann im Online-Handel. Dort konnte ein Wachstum von 7,4 Prozent erreicht werden. Im stationären Handel sieht es dagegen düster aus. Hier wird eher Stagnation bis Minimalwachstum vorausgesagt. Trotzdem geben die Nonfood-Filialisten Gas, als ob es kein Morgen gäbe. Woher also sollen Käufer und Kaufkraft kommen? Zuerst trifft es die ehemaligen Stars im Nonfood-Markt: Die Kaufhäuser und SB-Warenhäuser.

Lieblingssport: Frequenz abgreifen.

Dann erweisen sich die Nonfood-Discounter als gewiefte “Frequenzabgreifer”. So siedeln sie sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe von großen Lebensmittelmärkten, Möbelhäusern und SB-Warenhäusern an. Große ALDI-Filialen haben im Mittel mehr als 1000 Kunden pro Tag. Da bleibt immer etwas für den Nonfood-Discounter hängen. Textildiscounter wie TK Maxx hingegen pflanzen sich gerne direkt neben dem Wettbewerb auf. So zum Beispiel in Offenbach auf einer ehemaligen 2800qm großen Saturn-Fläche gleich gegenüber dem Kaufhof. Oder in Wiesbaden im Luisenforum mittenrein zwischen H&M, Galeria Kaufhof und C&A. Die Nonfood-Discounter setzen also den Kaufhäusern und SB-Warenhäusern genauso zu, wie den etablierten Textiliten, wie zum Beispiel H&M oder C&A.

Schnäppchenmentalität und ständiger Sortimentswechsel als Erfolgsfaktoren.

Ob ein Euro für jedes Produkt, Top-Marken bis zu 60 Prozent unter UVP oder komplett eingekleidet für 30 Euro. Die Nonfood-Spezialisten verstehen sich darauf, die Schnäppchen-Mentalität der Deutschen perfekt zu bedienen. Ein weiterer Erfolgsgarant scheint der ständige Angebotswechsel zu sein, den sie fast schon bis zum Exzess betreiben. So landen bei Action zum Beispiel in jeder Woche 150 bis 200 neue Produkte in den Regalen für die andere Platz machen müssen. Und auch bei TK Maxx werden die Läden mehrmals pro Woche mit tausenden neuer Markenartikel und Designerprodukten beliefert.

Online wird fast völlig vernachlässigt.

Trotz eindeutigen Wachstumstendenzen im Onlinehandel scheint dieses Thema für die Nonfood-Filialisten ein Langweiler zu sein. Fast alle sind der Meinung, dass sie ihre Kunden in ihren stationären Geschäften wesentlich besser auf “Schatzsuche” schicken können. Angebotswucht und Preisgestaltung scheinen hier noch zu funktionieren. Der Kunde, der eigentlich nur zwei bis drei Produkte kaufen wollte, kann sich dem kaum entziehen. Er verlässt die Billigläden in der Regel mit vollen Einkaufstüten. So ist dann auch unter den 100 größten Online-Shops in Deutschland keiner der hier genannten Unternehmen zu finden. Lidl ist da schon weiter und befindet sich im Moment auf Platz 23. Lediglich Kik scheint hier ernsthaftes Engagement zu zeigen und erzielt 2 Prozent seines Umsatzes im 2013 eröffneten Online-Shop.

Expansionsrausch ohne Grenzen?

Aktuell stehen die Nonfood-Discounter nahezu unisono glänzend da. Als nahezu einziges Segment im stationären Einzelhandel können sie stetig Zuwächse verzeichnen. Wie lange der Boom jedoch anhält, kann unter Berücksichtigung der sich ständig in Richtung Online verschiebenden Umsätze wohl keiner vorhersagen.

 

Bilder: Wikimedia Commons

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