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Kartenzahlung, ungebrochener Trend im LEH

Dieser Beitrag ist Teil 12 von 12 in der Serie Kartenzahlung

Ungebrochener Trend der Menschen bei Kartenzahlung. 300 Milliarden- Euro Marke erstmals geknackt.

Eine aktuelle EHI– Studie (Eurohandelsinstitut in Köln) über die Zahlungssysteme im deutschen Einzelhandel“ beweist nun deutlich, dass die Kartenzahlungen einen neuen Rekordwert erreicht haben. Der Gesamtumsatz der Kartenzahlungen im stationären Einzelhandel liegt nun erstmals bei 300 Milliarden Euro. Das Bargeld hingegen hatte wieder weitere Anteile verloren. Nur noch 35,5 Prozent des Umsatzes im deutschen Handel werden mit Münzen und Scheinen bezahlt. 

2022 waren es noch 37,5 Prozent mehr und im Jahr davor lag die Barzahlungsquote wieder bei 38,5 Prozent. Datenbasis: Das Erhebungspanel umfasste 422 Unternehmen, was ca. 100.000 Betrieben aus 35 Branchen mit einem Brutto-Umsatz in 2023 von 270,5 Milliarden Euro (ca. 55,8% des stationären Einzelhandelsumsatzes i. e. S. in Höhe von 485 Milliarden Euro entspricht

Das EHI ist ein Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 80 Mitarbeitenden und einem internationalen Netzwerk von 850 Mitgliedsunternehmen des Handels, der Konsum– und Investitionsgüterindustrie sowie der Dienstleisterbranche. Das EHI ist auch Gesellschafter der GS1 Germany sowie der FoodPlus und Partner der Messe Düsseldorf bei bedeutenden Handelsmessen wie der EuroShop.

PayPal hat die Nase vorn.

Beim Online-Shopping zahlt die deutsche Kundschaft nach wie vor am liebsten mit Paypal. Trotz rückläufiger Anteile am E-Commerce-Umsatz führte der bekannte Online-Bezahldienst auch im vergangenem Jahr wieder die Hitliste der beliebtesten Zahlungsarten mit einem Anteil von 27,7 Prozent (Minus von knapp 2 Prozent) an. Danach auf dem zweiten Platz kam der Rechnungskauf, der seinen Umsatzanteil jedoch von 23,8 Prozent auf 26,7 Prozent steigern konnte. Auch bei den Geldzahlungen mit Karte gibt es Unterschiede. Die schnelle Abwicklung und der Komfort von Paypal gehören nach wie vor zu den Erfolgsfaktoren dieses Bezahlverfahrens, auch wenn Paypal zum Vergleich zum Jahr 2022 ca. 2 Prozent an den Online– Einkäufen verloren hatte. Zu den Gewinnern aus 2023 zählt der Ratenkauf, der seinen Umsatzanteil im Vergleich zum Vorjahr auf 3,9 Prozent fast verdoppeln konnte.

Kartenzahlung: Die Girocard liegt mit 42,4 Prozent des Gesamtumsatzes deutlich vor allen anderen Zahlkarten, wie die traditionellen Kreditkarrten (8,6 Prozent Anteil) oder den neueren Debitkarten (Anteil 4,1 Prozent). Vor allem Visa Debit und mit Abzügen auch die Debit Mastercard weisen das größte Wachstum auf. Ihr Anteil lag im letzten Jahr 2023 noch bei 2,9 Prozent.  Das Sepa-Lastschriftverfahren (unterschriftbasiert) auf Basis der Girocard hielt sich wie in 2023 von 6,1 Prozent. 

Kartenzahlung mit steigenden Transaktionszahlen

Auch sieht man deutlich an den steigenden Transaktionszahlen, dass die Kundinnen und Kunden den physischen Einkauf im Geschäft mit den sozialen Interaktionen wieder verstärkt genutzt hatten. In 2022 stieg die Zahl auf 17,9 Milliarden Euro an und landete in 2023 sogar auf einen Umsatz von 19,55 Milliarden Euro. So ist man fast wieder auf das Vor- Corona- Level mit ca. 20 Milliarden Euro gekommen. Die durchschnittlichen Einkaufsbeträge über alle Zahlungsarten waren im letzten Jahr, laut EHI, jedoch rückläufig. Gemessen an den Transaktionen hat Bargeld immer noch die Spitzenposition mit 58,3 Prozent bei einem Umsatzvolumen von 19,55 Milliarden Euro. Dabei wurden 40,4 Prozent mit Karte gezahlt.

Cash Back wird immer beliebter.

Ein neuerer und weiterer guter Service im Einzelhandel ist die Bargeldauszahlung an der Kasse geworden, meist Cash Back genannt. Das Gesamtvolumen ist so im letzten Jahr auf 12,31 Milliarden Euro gestiegen (2022: 10,23 Milliarden Euro). 

Die Einzelhandelsunternehmen, wie u.a der LEH, die Drogerien und Baumärkte hatten ca. 13,3 Prozent ihres vereinnahmten Bargelds wieder an ihre Kundschaft ausgezahlt.

Hier liegt aber in der Zukunft auch ein Problem: Denn wenn die Bargeldquote dieser Unternehmen von momentan 30-35 Prozent weiter rückläufig sein sollte, wird es in einigen Fällen schwierig werden, diesen Service vollumfänglich aufrecht zu erhalten. Dann müsste Bargeld von Händlern sogar von Versorgern „zugekauft“ werden. Nicht unerheblich, sind doch die erheblichen Gebühren von insgesamt 17,23 Millionen Euro in 2023, die der Handel für Cash Back an die Banken abführen musste, schon eine große Belastung gewesen.

Fakt ist, dass die Bezahlung mit Bargeld in Deutschland wohl noch lange bleiben wird, aber man erkennt deutlich die immer stärkeren Verschiebungen zur Kartenzahlung.

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