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Das 1×1 der Kartenzahlung (Teil 1)

Einleitung in das 1×1 der Kartenzahlung:

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Schon seit vielen Jahren erlebt das bargeldlose Bezahlen einen Nachfrageanstieg. Seit Beginn der Pandemie hat die Kartenzahlung nochmal einen starken Push bekommen, wie wir unter anderem schon Mitte 2020 berichtet haben. Kaum ein Händler kann es sich heute erlauben, nur auf Bargeldzahlung zu setzen – Grund für uns, sich das Thema „Kartenzahlung“ mal genauer anzuschauen. In zunächst drei Artikeln wird Milan Klesper, Gründer des Dienstleisters Bezahlexperten, das 1×1 der Kartenzahlung erklären – von den Basics bei der Anschaffung bis zu den neuesten Entwicklungen rund um Kartenterminal und Transaktionen. Heute starten wir mit dem ersten Teil unserer spannenden Serie.

Teil 1/3: Das 1×1 der Kartenzahlung im Handel. „Die Basics“

Die Geschäftseröffnung steht bevor und es muss noch ein Kartenterminal her? Oder bisher wurde nur Bargeld angenommen, aber jetzt möchten Sie auf die gestiegene Nachfrage der Kunden nach Kartenzahlung reagieren? Aller Anfang ist schwer und wenn man sich zum ersten Mal über bargeldloses Bezahlen informiert, sieht man wahrscheinlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Hier kommt Abhilfe:

Welche Systeme und Kartenterminals gibt es?

Beginnen wir mit den beiden verschiedenen Systemen und Hardware-Varianten der Payment-Dienstleister. Es gibt Anbieter mit…

  • … kleinen mobilen Kartenterminals ohne feste Grundgebühr, dafür mit höheren variablen Gebühren.
  • … klassischen stationären und mobilen Kartenterminals mit Fixkosten, dafür mit geringeren variablen Gebühren.

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Zu beachten ist:

  • Die kleinen, smartphone-ähnlichen weißen Kartenlesegeräte eignen sich gut für alle, die nur ab und zu EC- und Kreditkartenzahlungen annehmen, beispielsweise Foodtrucks, kleine Cafés oder Marktstände. Hier fällt die höhere Gebühr pro Zahlvorgang nicht so sehr ins Gewicht und der Vorteil, dass es keine Grundgebühr gibt, überwiegt. Wichtig zu wissen: Zum Teil müssen die Lesegeräte über eine App auf dem Smartphone oder Tablet angesteuert werden – man braucht also einen zweiten Device, um Zahlungen abwickeln zu können.
  • Die klassischen, meist schwarzen Kartenterminals sehen im Vergleich etwas klobiger aus und werden in der Regel mit festen Verträgen angeboten. Es gibt auch ein paar Anbieter, wie z.B. uns Bezahlexperten, die monatlich kündbare Verträge anbieten. Allerdings fallen immer geringe monatliche Grundgebühren an. (Was aber kein Nachteil sein muss – eine Beispielrechnung und mehr Infos zum Thema Kosten finden Sie zwei Abschnitte weiter unten) Die klassischen Kartenterminals können autark (also ohne App oder ohne Kassenanschluss) arbeiten und haben den Bondrucker integriert. Die Bedienung ist dank Farb- und Touchdisplays leicht zu verstehen.

Mit Kassenanschluss oder ohne?

Gerade im Einzelhandel eine wichtige Frage: Möchten Sie Ihr Kartenterminal direkt mit der Kasse verbinden oder es autark nutzen? Grundsätzlich können alle Geräte ohne Anschluss bedient werden – manche brauchen halt eine App, aber eben keine Kassenschnittstelle.

Wer alle Zahlungen des Tages direkt an einem zentralen Ort sammeln und den Betrag nicht händisch ins Gerät eintippen möchte, der kann die Terminals an sein Kassensystem anbinden. Das geht – je nach Kartenterminal – entweder per Kabel (ZVT oder OPI Schnittstelle) oder per WLAN bzw. Bluetooth.

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Wichtig zu wissen: Nicht jedes Kartenterminal kann an jede Kasse angeschlossen werden. Viele iPad-Kassen funken nur per Bluetooth oder WLAN ans Gerät. Oft kommen die Kartenlesegeräte hierbei direkt im Paket mit der Kasse. Allerdings wird es dann schwer, später mal den Anbieter zu wechseln. Die weißen „modernen“ Kartenlesegeräte lassen sich beispielsweise nicht per Kabel anschließen.

Empfehlung: Unbedingt darauf achten, dass die Kasse über passende Schnittstellen wie ZVT oder OPI verfügt. Schlecht ist es nämlich, wenn die Kasse nur mit einem einzigen Anbieter für Kartenzahlungen funktioniert und man später bei zu hohen Kosten nicht mehr vergleichen und wechseln kann.

Welche Kosten entstehen für die Kartenzahlung?

Ich habe eingangs schon die beiden Abrechnungsvarianten erwähnt:

  1. Kartenzahlung ohne Grundgebühr, dafür mit höheren variablen Gebühren
  2. Umgekehrt: Kartenzahlung mit Grundgebühr, dafür mit geringeren variablen Gebühren

Bei der erstgenannten Variante kauft man das Gerät für ca. 50 – 100 Euro. Ansonsten fallen nur Kosten an, wenn mit Karte gezahlt wird. Für eine Zahlung per Girocard (besser bekannt als „EC-Karte“) werden rund 1% des Betrags und per Kreditkarte 2-3% des Betrags berechnet. 

Bei Variante Zwei mietet man das Kartenterminal. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 13 und 25 Euro monatlich – je nachdem, welches Gerät benötigt wird. Eine Girocard-Zahlung kostet dann aber nur noch rund 0,25% und eine Kreditkartenzahlung ca. 1-2%. Dazu kommt ein kleiner Betrag pro Transaktion in Höhe von 7-15 Cent, je nach Anbieter.

Eine Beispielrechnung zur Verdeutlichung:

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Sie sehen: Auch wenn „keine monatlichen Fixkosten“ verlockend klingt, sind hintenraus trotzdem die Anbieter mit Grundgebühren günstiger, weil sie geringere variable Gebühren verlangen.

Für wen eignet sich was?

Die Antwort ist recht einfach:

Stationäre, also kabelgebundene Kartenterminals sind überall dort richtig, wo es einen festen Kassenplatz gibt und das Gerät evtl. auch mit der Kasse gekoppelt werden soll. Durch die Verbindung via LAN-Kabel zum Internet sind die Abwicklungen der Kartenzahlungen auch schneller und die stationären Geräte sind in der Regel etwas günstiger.

Einsatzgebiete sind beispielsweise der Einzelhandel, Friseursalons, Kfz-Werkstätten, Self-Checkout-Bereiche.

Mobile Kartenterminals kommen überall dort zum Einsatz, wo keine Kabel gewünscht sind. Das ist vor allem in der Gastronomie der Fall, aber auch beispielsweise in Arztpraxen, am Marktstand, im Taxi oder einer Apotheke, bei der es mehrere Beratungstheken gibt, aber nur ein Lesegerät benötigt wird.

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Was sind Fallstricke? 

  • Vertragslaufzeiten: Teilweise werden Verträge mit 4 oder 5 Jahren Laufzeit angeboten.
  • Kleingedrucktes: 29 Euro für die Änderung der Adresse? Das muss nicht sein.
  • Lockangebote: Das Kartenterminal für 1-2 Euro Miete pro Monat? Entweder handelt es sich um ein altes Gerät (eine Übersicht der aktuellen und damit sinnvollen Kartenterminalgenerationen finden Sie hier) oder die Kosten für das subventionierte Terminal werden über das Kleingedruckte wieder reingeholt – zum Beispiel mit den erwähnten 29 Euro für eine Adressänderung.
  • Kreditkarten-Gebühren: Es gibt zwei verschiedene Verfahren, wie die Gesamtgebühr einer Kreditkartenzahlung berechnet wird. Bei einer Variante gibt es einen verlässlichen Durchschnittspreis, mit dem Sie kalkulieren können (z.B. bei uns Bezahlexperten), bei anderen Varianten gibt es einen geringen Basissatz, auf den dann noch zahlreiche Zusatzgebühren aufgeschlagen werden – je nachdem, welche Kreditkarte genutzt wird.Bei letzterem wirbt der Anbieter gerne mit einer sehr geringen Kreditkartengebühr und im Kleingedruckten steht, dass zusätzlich das Preis-Leistungsverzeichnis zur Anwendung kommt. Lassen Sie sich daher schriftlich ausrechnen, wie viel eine MasterCard und eine Visa Kreditkartenzahlung (wichtig, dass Sie es jeweils für beide berechnen lassen!) mit einer privaten deutschen Karte, mit einer deutschen Firmen-Kreditkarte und mit einer Nicht-EU-Kreditkarte (z.B. USA, Russland) kostet.

Ich hoffe, dieser erste Teil des „1×1 der Kartenzahlung für Händler“ ist hilfreich für Sie. In den nächsten beiden Teilen erfahren Sie folgendes:

  • Teil 2: Welche Bezahlverfahren soll ich anbieten? Girocard, Visa, MasterCard & Co? Was ist zum Beispiel mit Apple Pay? 
  • Teil 3: Zusatzservices am Kartenterminal – von der Klarna-Schnittstelle über Unterschrift auf dem Display bis zur Vermeidung der unzähligen Belegausdrucke über den Bondrucker. Dazu kommt sogar noch eine Kostenverringerung über gesichertes Lastschriftverfahren als Option.

Falls Sie ein konkretes Angebot benötigen oder Ihren Anbieter vergleichen möchten, melden Sie sich gerne bei uns Bezahlexperten.

Was haltet ihr von der ganzen Thema Kartenzahlung? Bitte schreibt uns indes auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

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