Praxis-Tipps

Eilmeldung: Neue Pfand-Pflichten ab 1. Januar 2022

Kunden und Verbraucher haben es dann einfacher.

“obs/Lidl”

Pfand: Seit 2003 besteht in Deutschland die Pfandpflicht für Mineralwasser– und Bierflaschen und für kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke in Dosen. Nun werden die bestehenden Regeln noch erweitert. Bisher hat der Inhalt der Flaschen darüber entschieden, wann Pfand gezahlt werden muss. Ab Januar 2022 bezieht die Pfandpflicht sich vor allem auf das Material der Verpackung, wie schon im Frühjahr 2021 beschlossen wurde. Aktuell gilt, dass grundsätzlich ein Pfand von 25 Cent auf Einweg-Getränkeflaschen von Bier Mineralwasser, Erfrischungsgetränken und alkoholhaltigen Mischgetränken genommen wird. Ausnahmen davon waren Milch, Wein, Spirituosen, Cider, Energydrinks, Frucht- und Gemüsesäfte. Situation war bisher, dass zum Beispiel Fruchtsaftschorlen mit Kohlensäure pfandpflichtig waren, ein Fruchtsaft ohne Kohlensäure, zum Beispiel ein Smoothie oder ein Prosecco in der Dose, nicht. Für Verpackungen mit Milchgetränken gibt es zunächst eine Sonderregelung. Hier soll die Pfandpflicht erst zum 1. Januar 2024 ausgeweitet werden, geregelt im Verpackungsgesetz, § 31.

Ab 1. Januar 2022 gilt grundsätzlich: 

Ist eine Getränkeflasche aus Einwegplastik, dann ist sie mit einem Pfand belegt. Dies gilt für alle Einwegflaschen aus Kunststoff bis zu drei Litern. Nur Milchgetränke sind von der neuen Regelung ausgenommen. Hier soll 2024 eine neue Regelung kommen. Ab 2023 gibt es auch eine Änderung für alle, die “Essen-to-go” anbieten. Sie müssen dann EU-weit Mehrwegbehälter benutzen.  Ausnahmen gibt es für kleine Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten und einer Verkaufsfläche von höchstens 80 Quadratmetern. Übergangsfristen: Getränke, die bis zum 3. Juli an den Handel ausgeliefert werden, dürfen noch bis Anfang Juli 2022 ohne Pfand verkauft werden. Nicht betroffen: Die Pfandpflicht gilt auch weiterhin nicht für Getränkekartons wie beispielsweise von Herstellern wie Tetra Pak, ELOPAK und SIG Combibloc. Diese Verpackungen gelten als umweltfreundlich.

PET-Einweggetränkeflaschen zu mindestens 25 Prozent  aus recyceltem Kunststoff bestehen

Ab dem Jahr 2025 müssen PET-Einweggetränkeflaschen zu mindestens 25 Prozent  aus recyceltem Kunststoff bestehen. Ab ca. 2030 steigt die verpflichtende Quote auf 30 Prozent und gilt dann sogar für alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff. Deutschland ist schon heute ein PET- Sammelweltmeister. Ca. 98 Prozent geht zurück in die Supermärkte, Discounter oder Getränkefachmärkte. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 453.000 Tonnen PET-Flaschen produziert (statista). Ein Teil davon ist für die Herstellung neuer Flaschen verwendet, der andere beispielsweise für die Produktion von Kleidung wie Jacken, Folien oder zur Weiterverarbeitung in der Industrie. Dazu kommt die extremlange  Wiederverwertbarkeit von PET im Recycling.

Auch ein großer Vorteil zukünftig in der Mülltrennung: 

Zum Beispiel kamen Saftflaschen über den Gelben Sack zurück ins Recycling-System. Die Saftflaschen wurden aussortiert, weitertransportiert, gereinigt und erst dann dem Wiederverwertungssystem weiter gegeben. Durch die neue Regelung des Pfandsystems landet sie gleich hierein. Insgesamt sind in Deutschland jährlich 18 Milliarden PET-Flaschen im Umlauf. Die neuen Regelungen stellen den Einzelhandel wieder vor neuen Herausforderungen. Sicherlich muss man dann in den meisten Supermärkten oder Discountern häufiger die Getränkeautomaten leeren. Dazu kommt sicher auch noch eine größere Lagerfläche. Fakt ist bisher, dass das deutsche PET- Recycling- System ein Erfolgsmodell ist.

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Bilder: Archiv Supermarkt-Inside

 

 

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