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Die heiligen Lieferantengespräche

Bescherung im Handel

kaum neigt sich das Jahr dem Ende, besinnt sich der Lebensmittel Einzelhandel zurück an die schönen Bräuche der Konditionenweiterentwicklung. War das schön, als der Handel noch Umsatzentwicklungen deutlich über 5% im Schnitt aufweisen konnte. Manche Unternehmen hatten Jahr für Jahr sogar über plus 10%. Die Umsatzverteilung hatte noch gewaltige Ausmaße, die Preissteigerungsraten der Lebensmittelindustrie besorgten das Übrige. Es musste wieder was zurück ins Töpfchen der Händler. Und wer besonders gut war, bekam auch ein bisschen mehr, als andere. Ein Ritual, dem Einkäufer und Verkäufer gleichermaßen entgegen fieberten. Es war ein Geben und Nehmen im Gleichklang. Es war einmal…

Ehemaliger Produktionsstandort in Weinheim

Macht, Macht, Macht

Heute ist der Verteilungskampf immer noch im vollen Gange, aber mehr denn je zwischen Systemen. Supermärkte und kleinere Verbrauchermärkte gegen Discount und alle gegen die Großfläche. Es hat sich einiges geändert im Lebensmittelhandel. Discounter sind heute keine Notversorgung mit Rumpfsortimenten mehr. Sie haben mittlerweile alle namhaften Marken in Ihrem Sortiment und die meisten Orte mit mehr als 2000 Einwohner haben mindestens einen Discounter an Bord. Die Supermärkte sind auch aus Ihrem Dornröschenschlaf erwacht, sind viel moderner, größer, regionaler und die Preisabstände zu den anderen Marktteilnehmer ist nicht mehr so groß. Der Kunde kann sich heute wunderbar und ausreichend aus diesen Nahversorgertypen bedienen. Auf der Strecke blieben in den letzten Jahren immer mehr diese Megaeinkaufsstätten an Stadtrandlagen. Die haben zu Kämpfen, dass einem beim Betrachten fast schwindlig wird.

Kaufland Sofortverkauf 1991

Schlechte Umsätze, schlechte Kostenstrukturen

Wenn dann alles nicht mehr wie geschmiert läuft, braucht man halt ein bisschen mehr von der lieben Industrie. Aber bleibt da das Geben und Nehmen im Gleichklang. Immer mehr Hiobsbotschaften kursieren durch die Handelslandschaft. Mal ist es Mars, mal Nestle, dann wieder Coca Cola oder Krombacher, die dann strategisch aus dem Sortiment fliegen. Kaum einer der großen Produzenten hat dieses Szenario nicht schon erlebt. Unilever steht gerade vor dem Scheideweg bei Kaufland. Edeka und Rewe bemühen Ihre internationalen Konditionsentwicklungsportale. Es bleibt zu Bezweifeln, dass in dieser Schnelllebigkeit der Ein- und Auslistungen noch langfristig Nähe entsteht, die dann wirklich verantwortbare konditionelle Konditionsvorteile mit sich bringen. Solche Investitionen in gemeinsame Zusammenarbeiten können dann auch diese Jahresgesprächs-Windstöße nicht umhauen.

Wir sind mal gespannt, welcher Scherbenhaufen nach dieser Gesprächsrunde übrig bleibt und wie lange es dauert, bis er wieder aufgeräumt ist. Schreibt uns eure Erfahrungen in der Zusammenarbeit dieser Kontrahenten bestehend aus Handel und Industrie.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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