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Deutschland ist nicht mehr Barzahler-Land

Barzahler-Land wird zu Kartenzahler-Land

In vielen Ländern gehört die Kartenzahlung zum Alltag. Nur in Deutschland kleben die Verbraucher an ihrem geliebten Bargeld. Leicht ironisch wurde Deutschland immer als das Barzahler-Land bezeichnet. Die Corona-Pandemie sorgte nun aber für einen Wandel.  Denn um sich selbst und die Mitmenschen zu schützen, orientierten sich nun auch eingefleischte Bargeld-Zahler um und zahlten immer öfter per Karte. Das belegt die neue Payment-Studie von EHI. Obwohl bei kleineren Beträgen weiterhin lieber mit Scheinen gezahlt wird, zücken die Kunden bei größeren Einkaufskörben immer öfter die Geldkarte. Nach Angaben des EHI betrug 2020 der Anteil der von Girocard, Mastercard, Visa & Co 56,3 Prozent des Einzelhandel-Umsatzes. Mit steigender Tendenz. Allein 2022 soll der Kartenanteil schon bei 62 Prozent liegen.

Die Girocard ist am beliebtesten

Den Zahlen nach ist die Girocard die klare Nummer 1. Laut EHI hält sie den satten Anteil von über 46,3 Prozent am Gesamtumsatz im stationären Einzelhandel. Das Interessante dabei ist, dass man mit ihr auf zwei Arten bezahlen  kann. Die beliebteste Abwicklung ist das “Girocard-Verfahren”. Hier tippt der Kunde seinen Pin ein oder zahlt kontaktlos. 40,1 Prozent des Umsatzes wird so generiert. Die andere Variante ist das SEPA-Lastschriftverfahren. Hier unterschreibt der Kunde den Beleg und der Händler zieht den Betrag per Lastschrift von dessen Girokonto ein. 6,2 Prozent aller Umsätze entfallen auf dieses System. Obwohl die Giro-Karte der unbestrittene Platzhirsch ist, wachsen auch die Karten-Riesen Mastercard, Visa und Amex. Laut EHI sorgten sie für 8,5 Prozent des Umsatzes. Die Zahlen verraten leider nicht, wie viel Umsatz durch Mobile Payment generiert wurde, da die Technik der Händler sie nicht von Kreditkarten unterscheiden kann.

Cash-Back immer wichtiger

Weil Deutschland doch noch nicht ganz seinen Status als Barzahler-Land aufgeben kann, bieten bereits 90 Prozent aller LEH- und Drogerie-Händler die Auszahlung von Bargeld an den Kassen an. Schon 27 Prozent der Deutschen nutzt dieses Angebot regelmäßig. Auch wenn die Finanzbranche den Händlern eine Gebühr für die Funktion abzieht, ist es eine lukrative Angelegenheit für die Händler. Sie können einerseits ihre Bargeldbestände verringern. Andererseits stärkt das Angebot die Kundenbindung. Gerade in ländlichen Gebieten, wo das Filialnetz in den vergangenen Jahren stark ausgedünnt ist, nützt es den Kunden. Sie sparen sich einen zweiten Gang zur Bank. Eine klassische Win-Win-Situation.

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Bilder: Archiv Supermarkt Inside

 

 

 

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