Ernte

Kaffee wird knapp, First Flush bereits verloren

Große Sorgen um Kaffee und Tee

Kaffee, Tee, Reis und Kakao – Corona beeinflusst sowohl Ernte als auch Transport von Rohstoffen. In vielen Anbauländern fehlt eine grundlegende Gesundheitsversorgung. Auch die mächtige Kakao-Organisation Cocobod in Ghana steht dem Virus hilflos gegenüber. Sie verteilte 1,2 Millionen Seifen an die Kakaobauern mit der Empfehlung, sich gesund zu halten. Trotz der guten Ratschläge melden Kolumbien, Indien und Ghana steigende Covid-19 Infektionen. Der Einfluss auf die Warenströme ist gravierend. Während Kaffee-Röster vor Lücken in den Lieferketten warnen, klagen Teehändler über verlorene Ernten. Den Verantwortlichen in den Anbauländer von Agrar-Rohstoffen bleibt lediglich die Hoffnung, dass Covid-19 eine Krankheit der Industrieländer bleiben wird. Doch die Fakten sprechen ihre eigenen Sprache.

Kaffee & Tee

Die Kaffee-Verarbeiter leiden unter der Verknappung der Bohnen. Sie befürchten, dass eine zuverlässige Versorgung mit Kaffee nicht mehr gewährleistet ist.  Die Preise schnellen in die Höhe. Aber trotz der steigenden Preise ist die Zukunft der Arbeiter und Händler in den Anbauländern unsicher. Die Situation wirft Fragen auf. Sind weiterhin genügend Erntehelfer verfügbar? Ist der Transport der Bohnen sichergestellt? Nach Angaben der Internationalen Kaffeeorganisation ICO, in der sich die wichtigsten Export- und Importländer zusammengeschlossen haben,  ist der Export von Arabica-Kaffee aus Kolumbien bereits um 13 Prozent durch fehlende Schiffscontainer zurück gegangen.

Auch im Tee-Geschäft gibt es extreme Einbußen. Die Ausgangssperre in Indien hat die Ernte in der Region Darjeeling unmöglich gemacht. Damit ist ein Teil des besonders hochwertigen First Flush verloren. Ausgerechnet diese erste Ernte, gerne auch als Champagner des Tees bezeichnet, ist bei Kennern besonders begehrt. Die Teezupfer müssen mit erheblichen Einschränkungen zurecht kommen. Deutsche Teeanbieter rechnen mit Qualitätseinbußen und Lieferproblemen.

Reis & Kakao

Kambodscha, Vietnam und Myanmar schränken den Reis-Export extrem ein. Das und die vergangenen Hamsterkäufe treiben die Preise unerbittlich in die Höhe. Auch im Reis-Geschäft zwang eine strenge Ausgangssperre die Anbauländer zum Stillstand. Der Inland-Transport fiel dem Lockdown zum Opfer, ebenso der Export per Flugzeug oder Schiff.  Auch beim Reis ist eine funktionierende Lieferkette nicht mehr gesichert.

Erstaunlicherweise ist der Weltmarktpreis für Kakao noch stabil. Die Lieferanten bunkern noch große Vorräte im Lager und auf Schiffen. Doch Afrika leidet bereits jetzt extrem unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Wenn die Pandemie nicht aufgehalten wird, ist die Kakao-Ernte im kommenden Herbst in Gefahr.

Aktuell sind die Regale in den Läden noch gut gefüllt. Doch das könnte sich schnell ändern. Wie schätzt ihr die Lage ein? Wir freuen uns über euren Kommentar auf Supermarkt Inside oder bei uns auf Facebook.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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