Der LEH bringt sein Filial-Netz auf Vordermann

Lebensmittelhandel investiert immer mehr in Modernisierungen. Lidl, Aldi, Norma und co. optimieren dabei auch ihre Filialen.

Lebensmittelhändler in Deutschland geben derzeit deutlich mehr Geld für die Modernisierung ihrer Filialnetze aus. Das ist ein Trend, der durch veränderte Kundenbedürfnisse, Digitalisierung, Nachhaltigkeitsziele und den intensiven Wettbewerb im Einzelhandel getrieben wird. Discounter und Supermarktketten wie Lidl, Aldi und weitere Marktteilnehmer wie Norma nehmen dabei zentrale Rollen ein, indem sie ihre Märkte nicht nur optisch, sondern auch funktional und technisch auf den neuesten Stand bringen. Diese Modernisierungswelle ist Ausdruck eines tiefgreifenden Strukturwandels im Lebensmitteleinzelhandel, bei dem klassische Preiskämpfe zunehmend ergänzt werden durch Investitionen in Ladenkonzepte, Nachhaltigkeit und Kundenerlebnis. Insgesamt zeigt sich, dass die Investitionen in die Modernisierung der Supermärkte und Discounter weit über kosmetische Veränderungen hinausgehen.

Man verfolgt ganzheitliche Konzepte, die Design, Technik, Nachhaltigkeit und Service miteinander verbinden. Ziel ist es, den Supermarkt an die Anforderungen der Zukunft anzupassen und ihn als modernen, effizienten und kundenorientierten Ort zu positionieren. Angesichts des anhaltenden Strukturwandels im Handel ist davon auszugehen, dass diese Investitionen auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Bei Norma heißt es zur Zeit nun „Modernisieren, anstatt nur expandieren und will neben Sortimentserweiterungen, vorrangig bei Eigenmarken, auch Digital Services und die hauseigene App optimieren.

Auch Rewe setzt auf Optimierungen.

Rewe Bad Wimpfen / Foto: Supermarkt-Inside

Wie auch beim Mitbewerber Norma setzt Rewe auch auf die Modernisierungen bereits bestehender Standorte, sowie auf den Ausbau der Eigenmarken, der digitalen Bereiche und die Verbesserung des Lieferservice. Dabei konnte die Rewe 2024 bis Wende letzten Jahres auch noch 100 neue Filialen eröffnen. Laut der offiziellen Website der Rewe Group betreibt das Unternehmen über 3 800 Rewe-Stores in Deutschland, inklusive unterschiedlicher Formate wie klassischer Supermarkt, Rewe Center, nahkauf und Rewe To Go-Märkte. Im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr 2024 konnte das Unternehmen einen  Gesamtumsatz von ca. 96 Milliarden Euro verbuchen, was ein Wachstum von etwa +4,6 % gegenüber 2023 bedeutet.  Der Jahresüberschuss lag erstmals bei rund 1 Milliarde Euro und deutlich über dem Vorjahr (2023: ca. 736 Mio.).

Nicht nur für Rewe, auch für weiterte Wettbewerber im LEH, ist auch der zunehmende Wettbewerb durch den Onlinehandel ein entscheidender Faktor. Während Lebensmittel online bestellt und nach Hause geliefert werden können, müssen stationäre Supermärkte ihren Mehrwert klar herausstellen. Die Modernisierung der Filialen soll dazu beitragen, den Einkauf vor Ort attraktiver zu machen und Kundinnen und Kunden langfristig zu binden. Persönliche Beratung, Frischeerlebnisse und ein angenehmes Ambiente sind Aspekte, die der Onlinehandel nur begrenzt bieten kann.

Aldi und Lidl setzen auf Qualität und Quantität.

Für Aldi Nord bleibt die Expansion mit mehr Standorten auch in Zukunft ein Kernpunkt der Firmenstrategie. Über die Hälfte der 2.200 Märkte konnten bereits modernisiert werden. Auch will Aldi Nord im Vergleich zu früher, verstärkt in zentrumsnahen Lagen ansässig sein. Der Grund dafür ist einleuchtend, da immer mehr Menschen in dichtbesiedelten Gebieten wohnen und leben. Hier ist das Ziel, besonders in den großen Ballungszentren wie Berlin, Hamburg oder dem Ruhrgebiet mehr Standorte zu  eröffnen. Zudem hat Aldi in 2025/26 allein im UK-Markt rund 40 neue Filialen eröffnet, was die strategische Expansion und gleichzeitig die Modernisierung des Netzwerks unterstreicht.

Lidl und Kaufland sind die “Investitions-Weltmeister”

Foto & Bildrechte: Schwarz Corporate Affairs

Einer der größten Investoren im deutschen Lebensmittelhandel ist derzeit die Schwarz-Gruppe, Mutter von Lidl und Kaufland. In den letzten Jahren hat die Gruppe ihre Investitionen deutlich gesteigert und allein im Geschäftsjahr 2024/25 rund 8,6 Milliarden Euro in Expansion, Modernisierung und Infrastruktur gesteckt,  das waren etwa 7,5 % mehr als im Jahr zuvor, wovon rund 3,3 Milliarden Euro in Deutschland investiert wurden. Für das laufende Jahr wird sogar ein Anstieg auf 9,6 Milliarden Euro prognostiziert, davon 3,7 Milliarden in Deutschland. Diese Mittel fließen nicht nur in Filialneueröffnungen, sondern auch in Übernahmen und in Modernisierungen bestehender Standorte sowie in Lager- und Logistikzentren, um Effizienz und Kundennähe zu verbessern. Kaufland konnte auch in 2025 durch die seinerzeit übernommenen Real- oder Globushäuser 20 neue umgeflaggte Filialen aufzeigen.

Fazit:

„EDEKA Popko Braunschweig-Lamme“: Der EDEKA-Markt des selbstständigen Einzelhändlers Andreas Popko ist Deutschlands erster Supermarkt aus Holzbausteinen. (Bildquelle: EDEKA Minden-Hannover/Lars Krumfuss)

Insgesamt wird klar, dass die Modernisierung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel mehrdimensional erfolgt. Neben den optischen und funktionalen Veränderungen stehen Digitalisierung, technologischer Fortschritt und ökologische Verantwortung im Vordergrund. Discounter und Supermärkte investieren gezielt in verbesserte Kundenerlebnisse, effizientere Abläufe und nachhaltigere Filialnetze. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und steigender Kundenerwartungen ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch im Jahr 2026 und darüber hinaus an Dynamik gewinnen wird.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

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