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Start der Privatisierung früherer Tengelmann- Märkte.

Start der Privatisierung früherer Tengelmann- Märkte – Edeka Südbayern hat erste Filialen an Kaufleute abgeben.

Foto 2021 von www.ChristianSchwier.de

Schon fünf Jahre ist es her, dass Edeka 330 Filialen der kurz vor der Pleite stehenden Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann übernommen hatten.

Den Kauf machte damals sogar erst eine sogenannte Ministererlaubnis möglich, die Edeka verpflichtete, die Tengelmann- Märkte mindestens fünf Jahre nicht zu veräußern. Zum Hintergrund: Im Jahr 2017 haben Edeka, Rewe und Netto nach einem langen Diskussionen den Großteil der insgesamt rund 450 Kaiser’s Tengelmann Filialen bundesweit übernommen. 330 Filialen gingen insgesamt an Edeka, 172 davon an die Edeka-Region Südbayern, 61 im Berliner Raum an Minden-Hannover, 46 an Rhein-Ruhr und 51 an Netto. Rewe erhielt außerdem 67 Filialen.  

Kaiser’s Tengelmann schrieb damals rote Zahlen

Die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann schrieb damals rote Zahlen in einer Größenordnung von mehr als 500 Millionen Euro. Da die Edeka bereits damals Marktführer war, untersagte das Bundeskartellamt die Übernahme zunächst, um eine Monopolstellung zu verhindern. Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erlaubte dies durch eine sogenannte Ministergenehmigung unter Auflagen. So musste Edeka etwa zusagen, fünf Jahre lang mindestens 97 Prozent der Arbeitsplätze von Kaiser’s Tengelmann zu übernehmen, denn damals standen rund 16.000 Jobs auf dem Spiel. Diese Bedingungen der Sondergenehmigung sind Ende 2021 ausgelaufen. Deswegen sind die Umstellungen der Märkte nun seit dem 1. Januar 2022 auch rechtlich möglich.

Privatisierung: Nun darf die Edeka seit dem 1. Januar 2022 auch offiziell die alten Tengelmann- Märkte an selbstständige Kaufleute abgeben. 

Noch war in der Stadt hier und da die Kanne zu entdecken

Die ersten drei Märkte, die an selbständige Kaufleute gehen, kommen von der Edeka Südbayern. Die bayrischen genossen haben damals das größte Paket an ehemals Tengelmann- Filialen bekommen hatten. Weitere Übergaben folgen sicher noch in 2022. Fakt ist, dass die ehemaligen Märkte an selbständige Kaufleute übertragen werden, die diese dann zwar unter Edeka-Flagge, aber in einem sogenannten Franchise-System weiterlaufen.

Denn Edeka ist anders als etwa Aldi oder Lidl keine rein zentral organisierte Kette. Sondern ein genossenschaftlich organisierter kooperativer Unternehmensverbund, bei dem die Kaufleute die Genossen von Edeka sind. Bis Ende 2022 sollen noch mehr Filialen, die bei der NK- Südfilialen GmbH waren, privatisiert sen. Die NK Südfilialen GmbH zählt neben der Neukauf Südbayern GmbH, der EDEKA SB-Warenhausgesellschaft Südbayern mbH und der NK Westfilialen GmbH zu den Regiegesellschaften des EDEKA Südbayern Verbundes.

Positive Ergebnisse sollen den Kaufleuten Freude bringen…

Die wirtschaftliche Richtung scheint zu stimmen, konnte doch im Geschäftsjahr 2020 erstmalig seit Übernahme ein positives Ergebnis erzielt werden. Die Investitionen haben sich gelohnt, immerhin wurden ca. 100 Filialen komplett umgerüstet. Alle ehemals Tengelmann- Filialen sind auf das Lunar- Warenwirtschaftssystem umgestellt. Als IT-Tochtergesellschaft der Edeka-Zentrale übernimmt die Lunar GmbH die Aufgabe, die Geschäftsprozesse auf der Einzelhandels-, Großhandels- und der Zentralebene optimal miteinander zu verzahnen. Lunar deckt das gesamte Spektrum innovativer IT-Leistungen für die Edeka-Gruppe ab. Das ist ein wichtiger Baustein bei der Privatisierung. Dazu ist das frühere Tengelmann- Lager in München- Eching bereits voll integriert in das gesamte Logistiknetzwerk der Edeka Südbayern.

Welche Erfahrungen habt ihr zu diesem Thema schon gemacht? Schreibt uns bitte indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.

Bilder: Archiv Supermarkt-Inside

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