Die dunkle Jahreszeit ist Hochsaison der Diebe!

Lemke informiert:

Die dunkle Jahreszeit ist auch wieder die Hochsaison der Diebe im Einzelhandel.

Doch mit der Kauflust im Winter  steigt nicht nur der Umsatz, sondern auch die Zahl der Ladendiebstähle. „Alle Jahre wieder“, diese Redewendung passt nicht nur zu Weihnachtsliedern, sondern leider auch zum Anstieg von Ladendiebstählen in der Vorweihnachtszeit und im gesamten Winter. Während Kundinnen und Kunden nach Artikeln suchen, sind auch die Langfinger besonders aktiv. Für viele Händler ist diese Zeit deshalb ein zweischneidiges Schwert, d.h. hohe Einnahmen auf der einen Seite, erhebliche Verluste durch Diebstähle auf der anderen.

Die Statistiken zeigen jedes Jahr ein ähnliches Bild. In den Wochen vor Weihnachten bis ende März häufen sich die Fälle von Ladendiebstahl deutlich. Polizei und Einzelhandelsverbände berichten regelmäßig von einem deutlichen Anstieg der Anzeigen, sobald die dunkle Jahreszeit anläuft. Dabei werden längst nicht nur teure Elektronikartikel oder Designerwaren gestohlen, sondern auch oft banale Dinge wie Parfüm, Kosmetik, Spielwaren oder Lebensmittel, wie Süßwaren, Kaffee und sogar Butter, gehören zu den beliebtesten Diebesgütern. Die Täterprofile sind dabei so vielfältig wie die Tatorte. Vom jugendlichen Gelegenheitsdieb bis hin zu professionellen Banden, die organisiert und gezielt vorgehen.

Diebe lieben volle Läden und Hektik beim Personal

Ein wichtiger Grund für die Zunahme ist der wachsende Andrang in den Geschäften. Je voller die Läden sind, desto schwerer fällt es dem Personal, den Überblick zu behalten. Verkäuferinnen und Verkäufer haben alle Hände voll zu tun, um die wachsenden Kundenmassen zu bedienen, Reklamationen zu bearbeiten oder Nachschub in die Regale zu räumen. Diese Hektik nutzen Diebe geschickt aus. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit reicht oft schon aus, um ein Produkt in der Tasche verschwinden zu lassen. Besonders beliebt sind dabei größere Geschäfte oder Kaufhäuser, in denen es viele verwinkelte Bereiche gibt und die Videoüberwachung nicht jeden Winkel abdeckt.

Doch nicht alle Diebstähle geschehen aus Berechnung. Gerade in der Vorweihnachtszeit spielen auch emotionale und soziale Faktoren eine Rolle. Der Druck, Geschenke zu kaufen, die Erwartungen der Familie zu erfüllen oder einfach „mithalten“ zu können, führt manche Menschen in Versuchung. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von einer „emotionalen Überforderung“: Der Konsumdruck steigt, während die eigenen finanziellen Möglichkeiten begrenzt bleiben. Für einige endet das in einem impulsiven, schlecht durchdachten Griff ins Regal. Oft ist es ein einmaliger Ausrutscher, der dennoch ernste Konsequenzen haben kann,denn Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt.

Für den Einzelhandel sind die Folgen beträchtlich. Laut Schätzungen des Handelsverbands Deutschland (HDE) entstehen jährlich Schäden in Milliardenhöhe durch Inventurdifferenzen, von denen ein erheblicher Teil auf Diebstähle zurückzuführen ist. Manche Händler reagieren mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, mit mehr Personal, zusätzliche Kameras oder Securitykräfte, die unauffällig durch die Gänge patrouillieren. Doch jede dieser Maßnahmen kostet Geld, was natürlich die oft ohnehin knappen Gewinnmargen noch mehr reduziert.

Ein weiteres Problem ist die zunehmende Professionalisierung der Diebe.

Organisierte Banden reisen gezielt durch verschiedene Städte, um in mehreren Filialen gleichzeitig zuzuschlagen. Sie arbeiten arbeitsteilig, mit Ablenkungsmanövern und präparierten Taschen, die Metallsicherungen blockieren. Solche Gruppen sind für den Einzelhandel besonders gefährlich, weil sie innerhalb kürzester Zeit große Warenmengen entwenden können. Die Polizei steht hier vor großen Herausforderungen. Viele Diebstähle werden erst im Nachhinein entdeckt, und Videoaufnahmen reichen oft nicht aus, um die Täter eindeutig zu identifizieren. Die Aufklärungsquote bleibt dementsprechend niedrig.

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen spielt auch das Verhalten der Kundschaft eine Rolle. Zivilcourage ist gefragt. Wer beobachtet, dass jemand etwas einsteckt, sollte nicht selbst eingreifen, sondern das Personal informieren oder die Polizei verständigen. Eigenmächtige Konfrontationen können gefährlich werden, besonders wenn es sich um professionelle Täter handelt. Auch die Gewalthemmschwelle hat sich in den letzten Jahren verringert. Hier gilt: Eigensicherung statt Warensicherung.

Parallel dazu setzen immer mehr Händler auf Prävention statt auf Abschreckung. Schulungen für das Personal, diskrete aber effektive Videoüberwachung und offene Kommunikation mit der Polizei gehören mittlerweile zum Standard. Auch technische Innovationen, etwa intelligente Kamerasysteme mit Bewegungsanalyse oder elektronische Warensicherungsetiketten, tragen dazu bei, Diebstähle zu reduzieren. Gleichzeitig versuchen viele Geschäfte, ein positives Einkaufserlebnis zu bewahren. Denn zu viel Kontrolle kann das Vertrauen ehrlicher Kundinnen und Kunden beeinträchtigen.

Abschließend bleibt festzuhalten:

Der Ladendiebstahl ist ein Phänomen, das wohl nie ganz verschwinden wird. Die dunkle Jahreszeit so wie die Weihnachtszeit bringt oft das Beste und das Schlechteste im Menschen hervor: Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft ebenso wie Versuchung und Gier. Für den Einzelhandel bedeutet das, jedes Jahr aufs Neue einen Balanceakt zwischen offener Atmosphäre und Sicherheitsvorkehrungen zu meistern.

Wichtig ist es auch, dass jetzt die Händler mit Schulungen ihr Personal für die Thematik sensibel zu machen.

Von Hans Günter Lemke

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