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Rewe baut in Berlin ersten Supermarkt aus Infraleichtbeton

Dieser Beitrag ist Teil 78 von 90 in der Serie Rewe

REWE: In Berlin steht Deutschlands erster großer Supermarkt aus Infraleichtbeton!

Baulich ein Leichtgewicht, für den Kiez ein Schwergewicht: In Berlin-Friedrichshain hat heute der bundesweit erste REWE-Markt aus dem Hochleistungsbaustoff Infraleichtbeton eröffnet. Dank der eingeschlossenen Luft im Beton ist das Material leichter als Wasser und zugleich wärmedämmend. „Für uns ist es ein Testlauf, der Baustoff hat Potenzial. Er hat einen geringeren CO2-Fußabdruck als herkömmlicher Beton unter anderem wegen des geringeren Zementgehalts. Wir brauchen keine zusätzliche Dämmung, es ist ein Stück weit die Rückkehr zum einfachen Bauen“, erklärt Dirk Heimann, Leiter Bauwesen REWE Ost. Das Unternehmen hat rund 14 Millionen Euro in den Neubau investiert. Der Supermarkt befindet sich zwischen RAW-Gelände und Ostkreuz, in der Revaler Straße 33.

„Infraleichtbeton ist positiv für die CO2-Bilanz“

REWE ist Eigentümer des Grundstücks zwischen RAW-Gelände und Ostkreuz. „Der Vorteil für uns ist, dass wir bei den Planungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben freie Hand haben. Wir können nach unseren Überzeugungen die Baustoffe auswählen, das Gebäudeinnere gestalten und nachhaltige Kriterien festlegen“, betont Heimann. „In Berlin-Friedrichshain testet wir nun zum ersten Mal Infraleichtbeton, er kommt bei den Außenwänden und der Brandschutzmauer zum Einsatz.“

Die Technische Universität Berlin (TU) erforscht das Material seit 2006, im Jahr 2019 wurde es auf einer Fachmesse vorgestellt. Infraleichtbeton hat mit 800 Kilogramm pro Kubikmeter eine sehr geringe Rohdichte. Er entsteht, indem Beton sehr leichte Gesteinskörnungen wie Blähton zugefügt werden. Dabei wird Luft im Material eingeschlossen. „Projekte im Wohnungsbau und eingeschossige öffentliche Bauwerke wurden bereits mit Infraleichtbeton umgesetzt, der REWE-Markt ist nun der deutschlandweit erste Gewerbebau“, sagt Prof. Mike Schlaich vom Institut für Bauingenieurwesen an der TU. „Die Betonvariante ist leichter als Wasser und wärmedämmend. Da die Außenwände weder extra Dämmung noch Schallschutz benötigen, ist Infraleichtbeton positiv für die CO2-Bilanz und die spätere sortenreine Trennung der Baustoffe.“

„Rückkehr zu den Wurzeln des Bauens“

Foto: Rewe -Fotonachweis: Christoph Große

Das Architekturbüro Baumgardt Franke aus Leipzig hat den Experimentalbau geplant. Eine besondere Herausforderung für die am Projekt beteiligten Fachfirmen war das Bauen im Bestand, das gesamte Objekt setzte sich aus drei verbundenen Gebäuderiegeln zusammen.

Der vorherige Supermarkt teilte sich mit Haupt- und Getränkemarkt auf zwei Gebäuderiegel auf. Beide wurden abgerissen und in Verbindung zum dritten Gebäuderiegel neu errichtet. Die Wände des neuen Gebäudes sind neun Meter hoch und 40 bis 50 Zentimeter dick.

Infraleichtbeton:

Architektin Dagmar Baumgardt sagt: „Der konstruktive Leichtbeton vereint in einem monolithischen Material die tragende und die wärmedämmende Funktion einer einschichtigen Gebäudehülle. Die Arbeit mit Infraleichtbeton stellt eine Rückkehr zu den Wurzeln des Bauens dar.“ Angemischt wurde der Baustoff in den Werken von Heidelberg Materials. „Ein Projekt mit diesem speziellen Baustoff in diesen Dimensionen war für alle Neuland. Die wohl größte Herausforderung bestand mit dem Infraleichtbeton darin, die über neun Meter hohe Brandwand sowohl baustofflich als auch bemessungstechnisch und dabei noch praktikabel umsetzbar zu konzipieren“, meint Robert Bachmann, Leiter Technischer Vertrieb bei Heidelberg Materials. Das Ingenieurbüro schlaich bergermann partner und Prof. Mike Schlaich haben das Projekt mitgestaltet und intensiv begleitet.

Abseits der Gebäudehülle kamen weitere Baustoffe zum Einsatz.

Das Dach des Marktgebäudes besteht aus einer leichten, gedämmten Stahltrapezkonstruktion, das Tragwerk bilden Holzleimbinder mit Spannweiten von bis zu 27 Metern. Die Innenwände bestehen aus Kalksandstein und Gipskartonständerwänden. Die Glasfassaden, Fenster und Türen sind in Aluminiumkonstruktionen eingefasst. Auf dem Gelände an der Revaler Straße befinden sich auch eine ALDI-Filiale, ein Fitnessstudio und Büroflächen.

Energieverbrauch nahezu halbiert

Foto: Rewe -Fotonachweis: Christoph Große

Neben dem Baustoff Infraleichtbeton sorgen beim REWE-Markt in Friedrichshain weitere Faktoren für eine deutlich bessere Energie- und CO2-Bilanz im Vergleich zu einem Standardbau: Bei dem Neubau handelt es sich um ein REWE Green Building mit modernster Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungstechnik sowie sparsamen Kälteanlagen. Bundesweit gibt es rund 250 dieser Energiespar-Märkte, davon 14 in Berlin. „Solch ein ressourcenschonend errichteter Energiespar-Markt spart bis zu 40 Prozent Energie. Die Heizenergie wird zu 80 Prozent durch Abwärmenutzung aus der zentralen Gewerbekälte und zu 20 Prozent über den Einsatz von Wärmepumpen abgedeckt“, erklärt REWE-Bauleiter Heimann. Heizungs-, Lüftungs-, Beleuchtungs-, Klima- und Kälteanlage belasten die Umwelt nicht mit CO2-Emissionen, das heißt der Markt wird CO2-neutral betrieben. Zur modernen Haustechnik zählen auch komplett verglaste Kühlregale mit LED-Beleuchtung, bei denen ausschließlich natürliche Kältemittel zum Einsatz kommen. Bereits seit 2010 werden alle REWE-Märkte mit 100 Prozent Grünstrom betrieben. REWE Green Buildings werden nach Fertigstellung von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) geprüft und offiziell zertifiziert.

20.000 verschiedene Lebensmittel

Der barrierefreie Supermarkt in der Revaler Straße hat eine Verkaufsfläche von knapp 2.000 Quadratmetern. Breite Gänge und niedrige Regale sorgen für Bewegungsfreiheit und Überblick. „Wir möchten, dass alle hier entspannt einkaufen können. Gerade für Eltern mit Kinderwagen, Senior:innen mit Rollator und Kund:innen im Rollstuhl ist ausreichend Platz wichtig für einen möglichst einfachen Einkauf“, sagt Betreiber Dennis Henkelmann.

Mit rund 20.000 verschiedenen Artikeln bietet der Supermarkt ein besonders vielfältiges Lebensmittelsortiment. Ob Obst, Gemüse und Fleisch in Bio-Qualität, Erzeugnisse regionaler Hersteller oder eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Lebensmitteln – in der Markthalle findet alles Platz. Hinzu kommen weitere Frischestationen: Eine große Salatbar, frisch gerolltes Sushi und Bowls von EatHappy, ein Bistro mit 20 Sitzplätzen sowie zehn Meter lange Bedientheken mit Käse, Wurst und Fleisch.

In der Tiefgarage gibt es rund 100 Pkw-Stellplätze. Fahrräder können oberirdisch direkt vorm Eingang des REWE-Marktes geparkt werden, dort gibt es zudem 42 Pkw-Parkplätze, davon vier speziell für Menschen mit Behinderungen sowie sechs mit Ladestationen für E-Autos.

Einkauf selbst scannen

Foto: Rewe -Fotonachweis: Christoph Große

Neben fünf klassischen Kassen gibt es auch fünf Selbstscanner-Terminals, an denen der Einkauf einfach selbst gescannt wird. „Wer zusätzlich die „Scan&Go“-Technologie nutzt, kann die Artikel direkt nach dem Griff ins Regal scannen und braucht sie am Ende nicht noch einmal aufs Band legen“, erklärt Henkelmann. Ein weiteres Angebot ist der REWE Abholservice. Die Kund:innen können ihre Lebensmittel online bestellen und zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl fertig zusammengestellt an einer separaten Kasse abholen.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

Content: Pressemitteilung der REWE GROUP vom 11.5.2023

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