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Innenstädte und Supermärkte – passt das zusammen?

Lebensmittelläden in die Innenstädte?

Keine Frage, Supermärkte gehören auch in die Innenstädte. Gerade in den großen Städten wollen die Kunden noch schnell nach der Arbeit fürs Abendessen einkaufen. In den überfüllten Großstädten will da keiner mehr ins Auto steigen und in irgendeinen großen Supermarkt am Stadtrand fahren. Aber die Kunden sind natürlich auch anspruchsvoll. Auf ihre Lieblingsartikel wollen sie nicht verzichten. Das Sortiment soll eine gute Auswahl bieten. Doch große Verkaufsflächen sind in den Innenstädten nicht bezahlbar.

Dementsprechend ist die Artikelzahl in den kleineren Geschäften eingeschränkt. Dabei müssen die Marktinhaber gut überlegen, welche Produkte beim Kunden gefragt sind. Und das Thema betrifft nicht nur Edeka, Rewe und Co. Auch die Discounter sind am Start und wollen in den Innenstädten mitmischen. Aber kann das gut gehen?

Innenstädte auch für Discounter attraktiv

Eines der Grundprinzipien der Discounter ist, ab in den Laden mit der Palette, egal zu welcher Zeit. Das geht aber nicht in den Innenstädten. Wegen der Anwohner müssen sich die Lieferanten hier an Lärmschutz und Zeitfenster halten. Zusätzlich sind die Läden kleiner und die Ware muss öfters aufgefüllt werden. Die Handling-Kosten sind also hoch. Die Mieten genauso. Dem gegenüber stehen in der Regel leider nur kleine Bons. Der Durchschnittsbon beträgt teilweise nur 5 Euro. Kein Wunder, dass keine der Aldi oder Lidl City-Filialen wirklich Ertrag abwirft. Damit sich das ganze rechnet, müssten die Standorte dreimal so viel Ertrag erzielen als die Großflächen. Das würde wöchentlich 400.000 Euro statt 130.000 Euro bedeuten. Bei Tegut liegt das Umsatzziel pro Quadratmeter bei 6000 Euro. Erst dann will der Geschäftsführer Thomas Gutberlet die Eröffnung von Nahversorgung in den Stadtzentren vorwärtstreiben.

Der Trend geht zu Filialen mit Wohnungen

Um die schwierigen Umstände in den Innenstädten zu meistern, fahren die meisten Unternehmen ein besonderes Konzept. Die Kombination von etwas größeren Filialen mit Wohnungen drüber scheint die Lösung zu sein. Durch das Wohnungsangebot bekommen die Händler die Chance, größere Flächen in Innenstädten genehmigt zu bekommen.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand, und zwar für alle Beteiligten. Die Lebensmittelhändler müssen sich nicht mit ganz kleinen Einzelhandelsflächen begnügen und können entsprechend ein gutes Sortiment anbieten. Die Stadt profitiert von der Nachverdichtung und Schließung von Baulücken. Und die Bewohner der Städte freuen sich über ein größeres Wohnraumangebot. Aldi Nord geht noch einen Schritt weiter und will in Berlin Wohnraum zu Discounter-Preisen anbieten. Für 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter sollen Wohnungen zu mieten sein. Und ein Teil der Wohnungen will Aldi Nord sogar zum Berliner Sozialmietsatz von 6,50 € anbieten.

Das Thema Innenstädte und Supermärkte ist also ganz heiß. Alle Unternehmen der Lebensmittelbranche sind dran und wollen die besten Grundstücke generieren. Wie beobachtet ihr die Entwicklung in den Innenstädten? Schreibt uns eure Meinung dazu bei Supermarkt Inside oder auf Facebook.

Fotos: Aldi Nord und Lidl Deutschland Presseportal und Archiv Supermarkt-Inside,

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