Nur geringes Umsatzplus bei Baumärkten im Online-Business. Amazon und Co. gewinnen allerdings weitere Anteile hinzu.

Der Wettbewerb zwischen klassischen Baumärkten und reinen Online-Anbietern hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Viele stationäre Baumärkte verlieren Marktanteile an spezialisierte Onlinehändler wie Amazon und große E-Commerce-Plattformen. Laut Daten von ECDB dem führenden Anbieter von E-Commerce-Daten und Analysen wird der Online-Umsatz von Amazon in der Kategorie Baumarkt/Heimwerken in Deutschland für 2025 auf etwa 846 Millionen US-Dollar (ca. 800 Millionen Euro) geschätzt. Das Unternehmen verzeichnet hierbei ein Wachstum von 5-10% gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung geht auch auf Kosten der Baumarktunternehmen in Deutschland und ist auch Teil eines umfassenderen Strukturwandels im Einzelhandel, der durch Digitalisierung, verändertes Konsumverhalten und steigende Kosten im stationären Handel vorangetrieben wird. Laut vorläufigen Zahlen vom Branchen- Marktforscher Klaus Peter Teipel verloren die Bau- und Heimwerkermärkte 1,8 Punkte und kommen nun auf 20,8 Prozent. Der Umsatz steigerte sich von 1,18 auf 1,2 Milliarden Euro. So konnten die sonstigen Vertriebskanäle ohne Handwerk – oft als Direct-to-Consumer (D2C) oder klassischer Einzel-/Großhandel ohne Handwerker-Bindung bezeichnet. Ihren Anteil auf 63,2 Prozent ausbauen. Der Anteil des Online- Geschäfts am DIY- Markt ohne Handwerk beträgt 9,3 Prozent. Der Branchenexperte rechnet im laufenden Jahr mit weiterem Wachstum im DIY- Online- Markt. Seine Prognose für die Baumarktunternehmen fällt dagegen eher verhalten aus.
Baumarktketten überwiegend mit leichtem Umsatzplus.

Laut EHI- Zahlen (Euro Handelsinstitut) konnten die großen Baumarktbetreiber meist ein Umsatzplus aufweisen. Marktführer Bauhaus konnte in 2024 inclusive Click & Collect einen Online- Nettoumsatz von rund 425 Millionen Euro erwirtschaften. Das war ein Plus zum Vorjahr. Dazu gibt es seit Sommer letzten Jahres eine neu gestartete Plattform, die das bestehende eigene Bauhaus- Sortiment um ergänzende Marken und Produkte Dritter erweitert, die bislang weder stationär noch online erhältlich waren. Das Angebot umfasst unter anderem Produkte, die bisher ausschließlich dem Fachhandel vorbehalten waren, ebenso wie gezielte Erweiterungen und den Ausbau des Kernsortiments.
Mitbewerber Hornbach kam in 2024 auf rund 313 Millionen Euro Online- Umsatz und musste hier etwas einbüßen. Laut dem Magazin Baumarktmanager stieg der Online- Umsatz jedoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder an. Der Branchenzweite Obi wies laut EHI 176 Millionen Euro ohne das Click- & Collect- Geschäft aus. Mit allen Plattformen im E- Commerce- Geschäft betrug der Umsatz sogar 550 Millionen Euro, ein Plus von 18 Prozent. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen eine sogenannte Omnichannel-Strategie. Das bedeutet, dass Online- und Offline-Handel miteinander verknüpft werden. Kundinnen und Kunden können beispielsweise Produkte online recherchieren und anschließend im Baumarkt kaufen oder online bestellen und im Markt abholen. Ziel ist es, den Einkauf für die Menschen möglichst flexibel und bequem zu gestalten.
Ein Ausblick für 2026.

Die GLOBUS Baumärkte treiben die Verzahnung des stationären und Onlinegeschäfts weiter voran. Dazu zählt auch der optimierte Click & Collect-Service, bei dem Kunden jetzt binnen einer Stunde die reservierte Ware abholen können. © GLOBUS Gruppe
Fakt ist, dass die Menschen in Deutschland zwar weiter Werkzeug, Gartengeräte und Haushaltswaren in den stationären Baumärkten kaufen, jedoch seltener als früher. In den drei wichtigen Teilsortimenten gingen die Umsätze 2025 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils etwa vier Prozent zurück, wie eine Auswertung des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) zeigt. In fast allen Warengruppen schrumpften die Erlöse der Baumärkte im vergangenen Jahr. Ein Grund dafür ist auch, dass viele Verbraucher und Verbraucherinnen bei Produkten für Haus und Garten zunehmend auf preisgünstige Alternativen ausweichen, wie u.a. Ketten wie Action, Thomas Philips und Jysk. Dazu kommen noch Konkurrenten im Onlinegeschäft wie Amazon, Temu aber auch Discounter wie Aldi und Lidl. Fakt ist aber auch, dass bei den großen Baumarktunternehmen der Onlineanteil kontinuierlich anwächst, was positiv zu bemerken ist.
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