Baumärkte gehen optimistisch in das neue Jahr. Expansion und mehr Einkaufserlebnisse bei den Händlern im Fokus.

Die deutschen Baumärkte starten mit verhaltenem, aber spürbarem Optimismus in das neue Jahr. Nach mehreren herausfordernden Jahren, geprägt von hoher Inflation, zurückhaltender Konsumlaune und einem deutlichen Einbruch im Wohnungsneubau, sehen die Unternehmen der Branche wieder Licht am Ende des Tunnels. Stabilere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sinkende Energiepreise und eine allmähliche Erholung der Kaufkraft sorgen dafür, dass viele Händler ihre Erwartungen für 2026 vorsichtig nach oben korrigieren. Im Mittelpunkt der Hoffnung steht weiterhin das sogenannte „Do-it-yourself“-Segment.
Zwar hat sich der Renovierungs- und Sanierungsboom aus der Corona-Zeit deutlich abgeschwächt, doch das Interesse der Verbraucher und Verbraucherinnen an eher kleineren Modernisierungsprojekten bleibt weiterhin hoch. Gerade energetische Sanierungen, der Austausch von Fenstern und Türen oder die Dämmung von Dach und Fassade sorgen für Nachfrage. Förderprogramme und steuerliche Anreize wirken hier als zusätzlicher Impuls, auch wenn sie von den Kunden als komplex wahrgenommen werden. Baumärkte reagieren darauf mit verstärkter Beratung, klaren Produktpaketen und Kooperationen mit Handwerksbetrieben weiterhin in die Gestaltung von Balkonen, Terrassen und Gärten. Nachhaltige Produkte, torffreie Erden, wassersparende Bewässerungssysteme und heimische Pflanzenarten gewinnen an Bedeutung.
Digitalisierung bleibt bei vielen ein Kernthema.

Digitalisierung ist ein zentrales Thema für die Baumärkte im Jahr 2026. Online-Shops, Click-&-Collect-Angebote und digitale Serviceleistungen sind längst keine Ergänzung mehr, sondern fester Bestandteil der Geschäftsmodelle. Unternehmen wie Obi und Globus investieren in verbesserte Warenwirtschaftssysteme, personalisierte Angebote, digitale Services oder auch in ihre Kunden- Apps, um Einkaufserlebnisse zu steigern. Ziel ist es, die Verzahnung von Online- und stationärem Handel weiter zu optimieren und den Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis zu bieten.
Gerade in Zeiten knapper Margen gilt Effizienz als entscheidender Wettbewerbsfaktor. OBI gehört zu den Unternehmen, die nach Branchenberichten 2026 mit klaren Expansionssignalen starten. Die Marke baut ihr stationäres Netz deutlich aus und bereits in der ersten Jahreshälfte sollen 15 neue Franchisemärkte eröffnet werden. Trotz des positiven Grundtons bleiben die Herausforderungen groß. Der Fachkräftemangel belastet weiterhin die Branche, insbesondere im Bereich Beratung und Logistik. Steigende Lohnkosten und hohe Mieten für große Verkaufsflächen setzen die Profitabilität unter Druck. Zudem bleibt unklar, wie schnell sich der Wohnungsbau tatsächlich erholen wird. Viele Baumärkte planen daher konservativ und setzen eher auf Qualität, Service und Kundenbindung als auf aggressives Flächenwachstum.
Preiswürdigkeit und Aktionsangeboten.

Die GLOBUS Baumärkte treiben die Verzahnung des stationären und Onlinegeschäfts weiter voran. Dazu zählt auch der optimierte Click & Collect-Service, bei dem Kunden jetzt binnen einer Stunde die reservierte Ware abholen können. © GLOBUS Gruppe
Hornbach setzt auch im neuen Jahr verstärkt auf seine Preiswürdigkeit und bietet mehr Dauerniedrigpreise an. Für die nächsten Jahre plant Hornbach u.a. auch verstärkt sein Auslandsgeschäft anzukurbeln. Für 2027 oder Anfang 2028 ist der Eintritt in Serbien geplant. Des Weiteren ist auch in Deutschland die eine oder andere Neueröffnung in Gebieten in Planung, wo man noch keinen Standort hat.
Mitbewerber Hagebau setzt in seinen Jahreszielen verstärkt auf Aktionsangebote. Dazu sollen neue Sortimente geschaffen werden, die der Kunde, die Kundin sonst nicht unbedingt in einem Baumarkt erwartet.
Fazit ist, dass die Zuversicht bei den Baumarktbetreibern überwiegt. Insgesamt überwiegt zum Jahresbeginn 2026 jedoch der Zuversicht. Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren als anpassungsfähig erwiesen und ihre Geschäftsmodelle weiterentwickelt. Wenn sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert und das Vertrauen der Verbraucher und Verbraucherinnen weiter zunimmt, könnten die Baumärkte wieder an alte Stärke anknüpfen.
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