Wie belastet der Iran-Krieg den deutschen LEH?

Iran-Krieg belastet Konsumklima – Auswirkungen an deutschen Supermarktregalen bislang jedoch begrenzt

Rewe Bad Wimpfen / Foto: Supermarkt-Inside

Der Iran-Krieg hält an und belastet die globale Verbraucherstimmung – auch in Deutschland sind die Auswirkungen seit Wochen spürbar. Entsprechend befand sich das deutsche Konsumklima zuletzt kontinuierlich im Sinkflug: Im April erreichten die Einkommenserwartungen den niedrigsten Stand seit Februar 2023. Laut aktuellen Ergebnissen des NIM Konsumklima powered by GfK hat sich dieser Abwärtstrend im Mai 2026 zwar etwas abgeschwächt und sowohl die Einkommenserwartungen als auch die Konjunkturerwartungen legten leicht zu.

Die wirtschaftlichen Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten bleiben in der Grundtendenz dennoch bestehen; vor allem die gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise sorgen weiterhin für Verunsicherung. Das spiegelt sich auch in der Gesamtinflation wider, die seit Beginn des Iran-Kriegs einen klaren Aufwärtstrend verzeichnet. Doch in einzelnen Märkten bleiben die Preissteigerungen aus – zumindest bislang.

So zeigt sich beispielsweise im Bereich der „Fast Moving Consumer Goods“ (FMCG) ein differenzierteres Bild. Laut aktuellen NIQ-Daten halten sich die Auswirkungen auf die Preise im Lebensmitteleinzelhandel und in den Drogeriemärkten derzeit noch in Grenzen. Weder die durchschnittlichen FMCG-Preise noch die wöchentlichen Preisentwicklungen weisen bislang signifikante Ausschläge infolge des Konflikts auf. So bewegte sich der durchschnittliche Preis pro Packung seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 weitgehend stabil in einer Spanne von rund 2,01 bis 2,08 Euro.

FMCG-Markt: Indirekte Effekte statt unmittelbarer Preisschocks

Kaufland Schaigern / Foto Supermarkt-Inside

„Bislang bleibt der FMCG-Markt deutlich stabiler als beispielsweise zu Beginn des Ukraine-Kriegs“, erklärt David Georgi, Markenexperte bei NIQ. „Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die deutsche Wirtschaft diesmal weniger direkt von den betroffenen Energie- und Rohstoffströmen abhängig ist. Dadurch wirken mögliche Belastungen derzeit eher indirekt und zeitverzögert.“

Tatsächlich stammen aktuell nur rund 6 Prozent der deutschen Ölimporte direkt aus dem Nahen Osten, während 2022 noch rund 55 Prozent der Gas- und 30 Prozent der Ölimporte unmittelbar aus Russland kamen.

Während sich der Ukraine-Krieg 2022 also durch die starke Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas und Öl unmittelbar auf Industrie, Energiepreise und Inflation auswirkte, zeigen sich die aktuellen Risiken vor allem über sekundäre Effekte – etwa höhere Transportkosten, steigende Verpackungspreise oder Belastungen bei Rohstoffen und Düngemitteln. Diese Faktoren könnten sich in den kommenden Monaten zunehmend auf Preise im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten auswirken.

Krisenerfahrene Konsumenten achten stärker auf Preise

Rewe Bad Wimpfen / Foto: Supermarkt-Inside

Gleichzeitig gelten Verbraucherinnen und Verbraucher im FMCG-Umfeld inzwischen als deutlich krisenerprobter. So haben sich Preisvergleiche und die gezielte Suche nach Sonderangeboten seit den Inflationsjahren 2022 und 2023 fest etabliert. Es bleibt abzuwarten, ob es deutschen Konsumenten auch in den kommenden Wochen und Monaten gelingen wird, ihre Ausgaben in einem weitgehend stabilen FMCG-Markt zu begrenzen – oder die sekundären Effekte letztlich doch zu stark ausfallen.

 

Content: Pressemitteilung von NIQ

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