Penny-Rückzug aus Italien? 500 Märkte – 2 Mrd. Euro Umsatz…

Rewe-Group prüft offensichtlich seinen vollständigen Rückzug seines Discounter Penny in Italien.

Der deutsche Handelskonzern Rewe prüft einem Medienbericht zufolge den Verkauf seiner italienischen Penny-Filialen. Das berichtet die renommierte italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ am 24. Mai unter Berufung auf mehrere nicht näher genannte Quellen. Rewe mit seinem Penny Market betreibt aktuell in Italien derzeit fast 500 Supermärkte und liegt bei dem Jahresumsatz laut Schätzungen zufolge bei knapp zwei Milliarden Euro.

Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Meldung, die bislang nicht von Rewe bestätigt worden ist, derzeit für eine große Aufmerksamkeit sorgt.

Rewe ist mit seinen Penny-Märkten bereits seit den 1990er-Jahren in Italien aktiv. Die Kette entstand ursprünglich aus einer Zusammenarbeit zwischen Rewe und dem italienischen Handelsunternehmen Esselunga. Ziel war es damals, das deutsche Discountmodell auf den italienischen Markt zu übertragen. Während Discounter wie Aldi,Penny oder Lidl in Deutschland seit Jahrzehnten erfolgreich sind, galt Italien lange Zeit als schwieriger Markt für ausländische Handelsunternehmen. Italienische Verbraucherinnen und Verbraucher legen traditionell besonders großen Wert auf regionale Produkte, kleinere Geschäfte und frische Lebensmittel aus lieber lokaler Produktionen. 

Droht Penny ein ähnliches Schicksal wie Billa?

Sollte es wirklich zu einem Rückzug von Rewe-Tochter Penny in Italien kommen, ist dies keine ganz neue Situation für den deutschen Konzern. Schon  2014 trennte sich Rewe von der Supermarktkette Billa in Italien, nachdem es nicht gelungen war, eine führende Marktposition aufzubauen.  Das gesamte Billa-Netz mit mehr als 130 Filialen wurden damals abgegeben und die Standorte gingen hauptsächlich an Carrefour und Conad. Während Penny zunächst weiterhin als erfolgreich galt, scheint sich die strategische Bewertung inzwischen verändert zu haben.

Es gibt jedoch auch  widersprüchliche Aussagen zu einem möglichen Rückzug. Vertreter von Penny Italia betonten erst zuletzt, dass Italien weiterhin ein wichtiger Markt für die Rewe Group ist. Das Unternehmen will auch weiterhin in die Modernisierung, der Nachhaltigkeit und in neue Filialen investieren.

Deshalb bleibt offen, ob es tatsächlich zu einem vollständigen Verkauf kommt oder ob lediglich einzelne Standorte abgegeben werden sollen. Möglich wäre auch eine Partnerschaft mit anderen Handelsunternehmen, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu bleiben. Hier könnten dann auch mögliche Käufer wie Lidl und Aldi ins Spiel kommen, die bereits beide mit zahlreichen Filialen vertreten sind.

Aktuell wird der italienische Discounter-Markt vom italienischen Hard-Discounter Eurospin (rund 1.200 Standorte) und dem deutschen Marktführer Lidl (über 750 Filialen) dominiert. Aldi ist mit ca. 200 Geschäften vertreten.

Ein Ausblick.

Fakt ist, dass die aktuellen Überlegungen von Rewe zeigen, dass Größe allein nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg garantieren kann. Der italienische Einzelhandel ist nicht viel anders als in Deutschland, stark umkämpft.

Auch sind die  Gewinnmargen eher gering und gleichzeitig steigen die Kosten für Energie, Logistik und Personal. Hinzu kommt der zunehmende Konkurrenzdruck durch die deutschen Discounter wie Lidl und Aldi, die ihre Marktanteile in Italien kontinuierlich ausbauen konnten. Vorrangig wird aktuell Lidl als interessierter Kandidat gehandelt, da die Standorte und Marktgrößen gut zum bestehenden Geschäftsmodell passen würden. Für die Kunden und Kundinnen in Italien könnte ein Verkauf  von Penny vor allem mehr Konzentration im Discountbereich bedeuten.

Für Rewe könnte dann eine stärkere Fokussierung auf andere europäische Märkte im Mittelpunkt stehen.

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