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Das neue Buch einer langjährigen Kaufland-Managerin ist da! „Perspektive PatchWork“

Tanja Eggers im Sommer-Interview mit Supermarkt-Inside – die agile Unternehmerin und langjährige LEH(Kaufland)-Managerin kommt nun mit Ihrem neusten Buch auf den Markt.

Im neuen Buch von Tanja Eggers geht es darum, verschiedene Welten, Sektoren, Disziplinen zu verbinden mit einem Mindset an Offenheit & Vertrauen. Tanja Eggers überträgt die Gedanken aus dem Familienkontext auf den Unternehmenskontext. Es geht um lebenslanges Lernen, New Leadership und New Work. Dieses neue Buch haben wir uns in einem interessanten Interview von Tanja Eggers persönlich erklären lassen.

1. Liebe Tanja, was war dein Anstoß zu deinem Buch „Perspektive PatchWork“?

Der Anstoß zu diesem Buch ist sehr persönlich – durch meine, unsere persönliche Erfahrung einer 7-köpfigen Patchwork-Family, denn: Wir sind Patchwork. Als langjährige Managerin im LEH und Leaderin wurde mir während der ersten Patchwork-Jahre bewusst, dass das, was ich hier erlebe, vergleichbar mit einer Reorganisation & Teamentwicklung ist, nur in einem anderen Kontext. Patchwork-Family ist wie Teamfusion live, was viele von uns tagtäglich als Führungsaufgabe erleben. Es geht um die Arbeit am Miteinander. Es geht um wertschätzende Zusammenarbeit. PatchWork bedeutet für mich eine Verbindung der Welten, verschiedene Personen mit verschiedener Historie treffen aufeinander, privat wie beruflich. Mein Ziel ist es, die Lebenswelten stärker zu verbinden und kreativ-kritisch zu reflektieren und die Erkenntnisse auf Organisationsentwicklung, Führung und Kultur in Unternehmen zu übertragen. So ist dieses Patch[Work]Book entstanden – anders, vielfältig, bunt – mit persönlichen Insights, Impulsen & Inspirationen sowie Einladungen zur Selbstreflexion.

2. Was hat Patchwork mit Leadership zu tun?

Wo Menschen zusammen sind und arbeiten, entsteht PatchWork. Durch das Zusammenspiel der Aufgaben, der Themen, der Talente, der Menschen. Es beginnt beim Mindset New Leadership, dem „Denken in Ergänzungen“ – es geht um Wirtschaftlichkeit UND Menschlichkeit. Denn Zielorientierung und Wertschätzung schließen sich nicht aus. Führung ist Patchwork, dies zeigt sich in dem Verbinden von Kulturen, dem Verbinden von Menschen, dem Verbinden von unterschiedlichen Meinungen, kurz gesagt: dem Fördern von Vielfalt, sei es im Hinblick auf Diversity, auf hybride Zusammenarbeit, auf flexibel zu gestaltende Arbeitsformen. Diese Flexibilität beginnt bei der Flexibilität im Denken – mit Neugier, Offenheit und Begeisterung. Führung – unabhängig davon, in welcher Rolle und in welcher Funktion – beginnt bei unserer eigenen Selbstführung. 

3. Was lässt sich aus der Patchwork-Strategie für den LEH ableiten?

Es geht um kreative Zusammenarbeit in Form der Kooperation und Kollaboration, das Wissen zu verknüpfen und die Fähigkeit zu stärken, Perspektiven zu ändern, Perspektivwechsel vorzunehmen, verschiedene Rollen im Lernprozess einzunehmen, andere Formate zu testen – lösungsorientiert. Werteorientiert. Sinnorientiert.

Der Patchwork-Ansatz beinhaltet Veränderungen, sozusagen eine Systemveränderung, einen Systemwechsel: Man lernt ein anderes System kennen, was einem zunächst fremd ist. Dies geschieht tagtäglich, beim Onboarding neuer Teammitglieder. Andere Werte, andere Spielregeln, einfach eine andere Welt. Wie gelingt es, die Kulturen zu verbinden, Kultur-Elemente neu zu bündeln, um etwas Neues, Gemeinsames entstehen zu lassen? Wieviel Zeit investieren wir in das Onboarding und Ankommen?

Es gilt Führung anders zu denken, neu zu gestalten. Und dies JETZT und nicht erst in der Zukunft. Die Vielfalt an Erfahrung, Perspektiven und Kompetenzen wird zum Wettbewerbsvorteil und Erfolgsfaktor im Wissenszeitalter. „Wissen TEILEN ist Macht“, lautet die Devise. Das Managen der Vielfalt und das Gestalten des Wissenstransfers erfordert tiefgründige und werteorientierte Methoden in Führung, Kommunikation und Management. Es bedarf einer Patchwork-Strategie. Hier benötigt es aus meiner Sicht mehr Mut, neue Modelle wie Führung in Teilzeit oder Führung in Tandem anzugehen, Pilotprojekte aufzusetzen. Es wird ein Teil des Recruitings als auch ein Teil der Bindung der Mitarbeitenden werden. Somit geht es auch um die Einbindung und Integration aller, nicht nur rein um eine bessere Integration von Eltern nach der Elternzeit, sondern auch um Personen in anderen Lebensphasen, welche Care-Arbeiten übernehmen oder selbst nach einer Krankheit rückkehren. Es geht um Verbinden der Generationen – für uns und unsere Gesellschaft. Es geht um eine Unternehmenskultur, indem wir Menschen miteinander verbinden und in Interaktion voneinander und miteinander lernen. Das Leben dieser Kultur beginnt bei uns selbst, unabhängig in welcher Funktion oder auf welcher Hierarchie-Ebene ich mich befinde. Wir alle sind Kultur-Gestaltende.

4. Tanja, welche Botschaft ist dir abschließend wichtig?

Mir ist es eine Herzensangelegenheit, das Thema gesunde Performance in Unternehmen zu stärken. Aus meiner Sicht können wir als Gesellschaft bisher nur schwer mit Krankheitsthemen und Schicksalsschlägen umgehen, dies zeigt sich auch im Businesskontext. Es ist Zeit für einen Tabubruch. Daher ist im Buch auch ein Kapitel dem Karriereblick hinter die Kulissen gewidmet. Der Schlaganfall meines Mannes ver-rückte unseren Management-Blick. Dieser erschütternde Schlag im wahrsten Sinne des Wortes bestärkte mich, in meiner Werteorientierung Tabus zum Thema zu machen. Es ist Zeit für Tabubrüche, Zeit, über Schicksalsschläge und Krankheiten zu sprechen. Unter den Teppich kehren ist out, authentisches Reflektieren und Erfahrungen teilen ist die Zukunft von New Work – für eine ganzheitliche, gesunde Performance von Mensch und Organisation. 

Was leiten wir persönlich aus diesem Schicksalsschlag ab? Und wie können wir vielleicht dazu beitragen, dass Gesundheit mehr zum Thema wird, auch in Unternehmen? Mein Mann Jörg, ebenfalls ehemaliger Manager im LEH, und ich sprechen in verschiedenen Workshops und Veranstaltungen nun über die Thematik „Schlagartig anders“. Und dies nicht um auf die Tränendrüse zu drücken, sondern um aktiv zu sensibilisieren, für die eigene Prävention, und auch Mut zu machen, wenn jemand im direkten Umfeld einen Schicksalsschlag erlebt hat. Wenn wir dadurch eine einzige Person vor einem Schlaganfall bewahren können (es passieren 270.000 im Jahr in Deutschland), dann macht das Ganze, was wir in den letzten Jahren diesbezüglich erlebt haben, für uns einen Sinn. In diesem Sinne lasst uns einen Perspektivwechsel vornehmen, mit der Perspektive PatchWork.

Wir danken Tanja Eggers für das nette Gespräch und wünschen ihr viel Erfolg mit dem Buch „Perspektive PatchWork“ .

Das Buch könnt ihr hier sofort bestellen….

Zur Autorin:

Tanja Eggers ist systemische Managementberaterin zu Themen rund um Kultur-, Organisations- und Professionsentwicklung. Die Betriebswirtin und Marketing-Expertin war über 20 Jahre in Industrie und Handel tätig, mit internationaler Führungserfahrung als Prokuristin und einzige Frau im Management, bevor sie ihre Vision der Selbstständigkeit mit ANCORIS Consulting verwirklichte. Die Kombination ihres Erfahrungsschatzes aus Management, Entrepreneurship und systemischem Denken und Handeln macht sie zu einer zielorientierten und zugleich wertschätzenden Expertin rund um Leadership, Diversity und gesunde Performance. Als Netzwerkerin ist sie überregional aktiv und engagiert sich als Mentorin bei Spitzenfrauen Baden-Württemberg und der Wissensstadt Heilbronn e.V.

Was haltet ihr von diesem  wichtigen Thema? Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.

 

Content und Beitragsbilder: www.ANCORIS-Consulting.de

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