Einzelhändler schlagen Alarm: Weiterhin trübe Stimmung im Weihnachtsgeschäft!

60 Prozent der Einzelhändler sind unzufrieden – ein Weihnachtswunder sieht anders aus

Wenn man in diesen Tagen durch die Innenstädte schlendert, sieht man funkelnde Lichter, festliche Dekorationen und Menschen mit hochgezogenen Schultern gegen die Kälte. Was man jedoch nicht sieht: die Sorgenfalten hinter den Ladentheken. Denn viele Einzelhändler blicken mit wachsender Frustration auf das bisherige Weihnachtsgeschäft. Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) herrscht eher Ernüchterung als Feststimmung. Und das ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit des Jahres.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 60 Prozent von 300 befragten Unternehmen gaben an, dass die letzte Novemberwoche enttäuschend verlaufen sei. Zwei Drittel! Und das in einem Zeitraum, der für viele Händler existenziell wichtig ist. Laut HDE seien die Geschäfte in den Tagen zuvor schwach gewesen, vielerorts sogar desaströs. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, versuchte zumindest ein wenig Hoffnung zu verbreiten. „Der letzte Samstag war vielerorts ein Lichtblick“, erklärte er. Ein Hauch von Aufatmen also – aber eben nur ein Hauch. Dass sich Händler mittlerweile über einen einzelnen starken Tag freuen müssen, zeigt, wie sehr die Branche unter Druck steht.

Die Gründe dafür sind vielfältig: steigende Lebenshaltungskosten, Konsumzurückhaltung, Konkurrenz durch Online-Shopping und die anhaltende Unsicherheit vieler Verbraucher. Viele Menschen greifen aktuell lieber einmal mehr zum Preisvergleich als zur Einkaufstasche.

Trotz schwacher Stimmung: Umsatzprognose steigt – aber warum?

Advent im LEH / Foto: Supermarkt-Inside

Doch so paradox es klingt: Der HDE rechnet für das gesamte Weihnachtsgeschäft dennoch mit einem Umsatzplus. Rund 126,2 Milliarden Euro sollen zusammenkommen – ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Klingt gut? Nicht unbedingt.

Denn diese Zahl täuscht leicht darüber hinweg, wie sich die Lage tatsächlich anfühlt. Ein nominales Umsatzwachstum bedeutet nicht automatisch, dass es den Händlern besser geht. Ein Großteil des Anstiegs dürfte auf Preissteigerungen und Inflation zurückzuführen sein – nicht auf eine überbordende Kauflaune. Mit anderen Worten: Die Verbraucher geben zwar etwas mehr Geld aus, aber nicht unbedingt mehr Menge. Und während große Ketten sich über ein paar Prozent mehr Umsatz zumindest ansatzweise freuen können, kämpfen kleinere und mittlere Einzelhändler weiter ums Überleben. Für sie ist dieses Weihnachtsgeschäft wieder einmal ein Prüfstein – oder ein Schlag in die Magengrube.

Rettet der Weihnachts-Endspurt die Stimmung?

Weihnachtssortiment bei Müller / Foto: Supermarkt-Inside

Die Hoffnung liegt nun, wie jedes Jahr, auf den letzten Tagen vor Weihnachten. Traditionell schnellen hier die Umsätze nach oben, wenn die Shopping-Panik die Bevölkerung erfasst. Doch ob dieser Endspurt 2025 erneut die Wende bringt, bleibt fraglich. Die Konkurrenz aus dem Internet schläft nicht – und sie liefert schnell, günstig und bequem an die Haustür.

Trotzdem setzen viele Händler weiterhin auf Beratung, Atmosphäre und Erlebnis – Werte, die kein Algorithmus liefern kann. Und vielleicht ist genau das der Funke, der die Kassen doch noch zum Klingen bringt. Vor allem, wenn die Innenstädte wieder voller Menschen sind, die nicht nur kaufen, sondern stöbern, entdecken, genießen wollen.

Doch klar ist auch: Ein einziges Weihnachtsgeschäft wird den strukturellen Wandel des Einzelhandels nicht aufhalten. Aber es könnte immerhin ein Signal dafür senden, dass stationäre Händler nicht allein im Schneesturm stehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich der leichte Samstags-Lichtblick zu einem echten Strahlen entwickeln kann.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

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