Aktionen & Werbung sorgen nicht immer für die notwendige Preisfüherschaft

Aktionsgeschäfte bleiben weiterhin für den Handel wichtig. Händler suchen nach Balance zwischen Aktionen und Preiswürdigkeit.

Werbung Kaufland KW 20

Im Lebensmittelhandel bleiben Aktionspreise und gezielte Preisaktionen auch im Jahr 2026 weiterhin eines der wichtigsten Grundprinzipien des Geschäftserfolgs. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das weiterhin von hohen Lebenshaltungskosten, Preissteigerungen und einer spürbaren Konsumenten-Zurückhaltung geprägt ist, haben sich Sonderangebote, Rabatte und Werbepreise nicht nur als kurzfristiges Verkaufsinstrument, sondern als strategisches Element etabliert, um Nachfrage zu stimulieren, Kundenbindung zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit im Markt zu behaupten.

Ein wesentlicher Grund für die andauernde Relevanz von Aktionspreisen liegt in der anhaltenden Preisempfindlichkeit der Kundschaft. Trotz einer leichten Entspannung der allgemeinen Inflationsrate bleiben die Lebensmittelpreise auf hohem Niveau, und viele Haushalte geben einen großen Teil ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel aus. In Deutschland äußern laut Verbraucherverbänden mehr als die Hälfte der Menschen große Sorgen über ihre finanzielle Lage, und zahlreiche Haushalte berichten, dass sie sich beim Einkauf einschränken müssen, weil die Preise gestiegen sind . Diese Lage führt dazu, dass Preisaktionen nicht nur kurzfristige Kaufimpulse setzen, sondern für viele Verbraucher und Verbraucherinnen zu einem entscheidenden Kriterium bei der Auswahl des Einkaufsortes und der Produkte geworden sind.

Menschen erwarten Verlässlichkeit und Transparenz auch bei Aktionen & Werbung

Aldi Werbung

Ein weiterer Aspekt, der die Bedeutung von Aktionspreisen unterstreicht, ist der zunehmende Wettbewerb zwischen traditionellen Supermärkten und Discountern. Discounter wie Aldi oder Lidl setzen nach wie vor stark auf günstige Preise und aggressive Promotions, um ihre Position als preisführende Anbieter zu behaupten und gleichzeitig ihre Reichweite als Haupt-Einkaufsadresse für breite Verbrauchergruppen zu vergrößern . Diese Entwicklung setzt klassische Supermarktketten unter Druck, ebenfalls attraktive Preisaktionen anzubieten, um Kunden nicht an günstigere Wettbewerber zu verlieren. Fakt ist aber auch, dass die Kundschaft heute mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei den Händlern erwartet.

Ein Beispiel dafür ist Rewe, die Aktionen verstärkt mit langfristigeren Preisgarantien verbinden. Mit ihrer eigenen Bonus- App und einem eher behutsamen Aktionsgeschäft konnte Rewe sein Vollsortiment durch eine schwierige Zeit lenken.

Ähnliches gilt auch für andere Unternehmen, die Wege suchen, preisempfindlichen Kunden und Kundinnen  zu überzeigen, ohne durch zu höhe Rabatte die Ertragslage zu gefährden. Auch für den saarländischen Händler Globus bleiben die Aktionspreise weiterhin unverzichtbar und man merkt deutlich die Umsatzsteigerungen, wenn Markenprodukte in der Aktion sind. Bei Norma will man zukünftig die Flächen für Aktionspreise sogar erweitern.  

Discounter fordern Supermärkte heraus.

Aldi Süd Werbung KW 14

Für Aldi Nord zum Beispiel bleibt das Aktionsgeschäft für die Preiswahrnehmung bei den Menschen besonders wichtig. Hier kommt es vorrangig auf die Mischung zwischen Aktionen im Markengeschäft und einen attraktivem Dauerpreissortiment an, um Vertrauen und Frequenz zu erreichen. Mitbewerber Lidl geht aktuell den Weg, seine Werbung mehr auf die Verbraucher und Verbraucherinnen zu zu schneiden. Dies geschieht u.a durch die eigene Lidl-Plus-App, die ständig weiter entwickelt wird. Gleiches führt Schwester Kaufland durch, und verbindet seine Promotions noch stärker mit der App. Das Ziel dabei ist, noch persönlicher auf die Kundenwünsche eingehen zu können.

Bei den Zoofachhändlern wie zum Beispiel Futterhaus, wird das Aktionsgeschäft kritischer gesehen. Hier sagt man deutlich, dass ein sogenanntes „Gießkannenprinzip“ bei Aktionsrabatten „tödlich“ für den Handel seien. Aus diesem Grund will man in diesem Jahr die Promotions oder Aktionen nicht einfach steigern, sondern effizienter gestalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aktionspreise im Handel auch im Jahr 2026 unverzichtbar sind. Sie sind ein Schlüssel zur Stabilisierung von Nachfrage, zur Differenzierung im Wettbewerb und zur Befriedigung eines preissensiblen Konsumentenbedarfs. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des intensiven Wettbewerbs werden Preisaktionen auch weiterhin ein zentrales Instrument im Werkzeugkasten des Handels bleiben.

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