Walmart mit neuem Chef auf der Überholspur!

Neuer Chef bei Walmart in USA. John Furner übernimmt Chefposten von Doug McMillon.

Eingangsbereich eines Walmarts in den USA

Am 14. November 2025 gab Walmart offiziell bekannt, dass John Furner (51) als Nachfolger von Doug McMillon (59) zum Präsidenten und Chief Executive Officer (CEO) von Walmart Inc. gewählt wurde. Der Wechsel tritt zum 1. Februar 2026 in Kraft. Furner wurde zugleich mit sofortiger Wirkung in den Verwaltungsrat (Board of Directors) von Walmart berufen. 

Vorgänger Doug McMillon wird offiziell am 31. Januar 2026 als CEO zurücktreten. Allerdings bleibt er zunächst im Verwaltungsrat und soll darüber hinaus als Berater für Furner tätig sein und mindestens bis Mitte 2026 bzw. sogar bis zum Geschäftsjahr 2027, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Furner kommt aus den eigenen Reihen und ist bereits seit 30 Jahren bei Walmart tätig. Sein Weg bei Walmart ist eine klassische Karriere. Schon 1993 stieg Furner als “hourly associate” (einfacher Lohnempfänger) bei Walmart ein, arbeitete an der Ladenkasse, im Lager und durchlief über die Jahre Führungsrollen in den Bereichen Merchandising, Operations und Sourcing.  Dieser Weg wird auch vom Unternehmen mehr als geschätzt. Vor seiner neuen Tätigkeit nun, leitete Furner seit 2019 das Segment Walmart U.S., das mit über 4.600 Filialen das größte operative Standbein des Unternehmens darstellt. Zuvor war er seit 2017 Präsident und CEO von Sam’s Club U.S. 

Ein Rückblick.

Der nun vollzogene Abschied von Doug McMillon markiert zugleich das Ende einer intensiven Umbruchsphase beim US- Riesen. Seit seiner Übernahme der CEO-Position im Jahr 2014 führte McMillon das Unternehmen durch einen umfassenden Wandel und konnte das Unternehmen von einer reinen Laden-Kette, hin zu einem globalen, technologiegetriebenen und omnichannel-orientierten Einzelhandelsgiganten führen. Unter seiner Führung konnte auch der Onlinehandel expandieren. Walmart investierte viel in den  E-Commerce, in die  Automatisierung von Lagern, in Liefer- und Logistikprozesse und baute sein Online-Marketplace-Angebot sowie Werbeplattformen massiv aus.

Das trug dazu bei, dass Walmart im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schwarze Zahlen schrieb. Demzufolge stieg der Unternehmenswert seit 2014 signifikant und Walmart wurde zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber im E-Commerce. Der „alte“ Chef konnte auch u.a. in den Themen Nachhaltigkeit der Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur stark punkten. McMillon investierte in die Bezahlung und Weiterbildung der Beschäftigten, weitete Urlaub und Elternzeiten aus und stärkte Programme zur internen Weiterbildung oder Qualifikation. Damit versuchte er, das Bild von Walmart als reinen „LEH-Händler“ zu modernisieren und soziale Verantwortung sowie Mitarbeitereinbindung stärker zu gewichten. 

Zollpolitik von Trump bringt Probleme bei Walmart.

Die zunehmenden Importzölle der US-Regierung unter Trump belasten Walmart deutlich und werfen ein besonderes Licht auf die Verwundbarkeit globaler Handelsketten. US Präsident Trump kritisierte  den Konzern öffentlich, als McMillon dazu sagte, dass höhere Importzölle besonders für Produkte aus China, auch zu Preiserhöhungen seitens des Händlers führen könnten. Als einer der größten Einzelhändler der USA importiert Walmart viele Waren aus dem Ausland, vor allem Konsumgüter wie Elektronik, Spielzeug, Haushaltswaren, aber auch Lebensmittel und Agrarprodukte. Aufgrund der neuen Zollpolitik steigen die Einfuhrkosten.

Einige Produktgruppen sind besonders betroffen: importierte Lebensmittel wie Bananen, Avocados oder Blumen, aber auch Spielzeug und Waren aus China und Lateinamerika könnten teurer werden. 

Trumps Zollpolitik lässt die Preise steigen…

Kurz gesagt: Trumps Zollpolitik führt zu höheren Bezugskosten, die Walmart nicht dauerhaft selbst tragen kann, ohne entweder Preise zu erhöhen oder Sortiment und Angebote einzuschränken, was dann  spürbare Konsequenzen für Verbraucher, Händler und Lieferketten hätte. Ein Pluspunkt konnte der „Neue“ immerhin sammeln.

Furner verkündete erst vor kurzer Zeit, dass er bis Ende nächsten Jahres die künstlichen Farbstoffe bei den Walmart- Eigenmarken aus den Rezepturen verbannen will.

Laut Unternehmensangaben ist der Chefwechsel ein Teil einer geplanten und gut abgestimmten Übergabe. McMillon und der Vorstand hätten bewusst diesen Zeitpunkt gewählt, um das Unternehmen nach mehr als zehn Jahren umfassender Transformation in gute Hände zu übergeben und dabei Kontinuität und Stabilität zu sichern. 

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