Viele Veränderungen im nächsten Jahr, die Kaufleute im LEH müssen sich auf reichlich Veränderungen vorbereiten. Neue Verpackungsauszeichnungspflicht wirft zusätzlich seine Schatten voraus…

Im Jahr 2026 stehen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vor spürbaren Veränderungen beim täglichen Einkauf. Viele dieser Neuerungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen, Umwelt und Tiere besser zu schützen und nachhaltigeres Konsumverhalten zu fördern. Auf den ersten Blick bringen die Maßnahmen durchaus Vorteile für Kundinnen und Kunden. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite, da zahlreiche Produkte teurer werden, weil sich Produktionsbedingungen, Verpackungsvorschriften und logistische Abläufe verändern.
Besonders deutlich werden die Anpassungen im Bereich Fleisch. Der Lebensmitteleinzelhandel bewegt sich schrittweise weg vom sogenannten Billigfleisch. Den Anfang macht Aldi Süd, das bereits ab Mitte Januar 2026 bei seinem Eigenmarken-Frischfleisch vollständig auf die niedrigste Haltungsform verzichtet. Lidl folgt diesem Beispiel ab Ende Februar desselben Jahres. Auch Rewe und Penny haben angekündigt, künftig kein Frischfleisch aus der untersten Haltungsstufe mehr unter ihren Eigenmarken anzubieten. Andere große Handelsketten wie Aldi Nord, Edeka, Kaufland oder Netto haben sich bislang noch nicht eindeutig positioniert, doch der Trend ist klar erkennbar.
Aus für Billigfleisch.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet diese Entwicklung im neuen Jahr vor allem, dass Fleisch tendenziell teurer wird. Das Schnitzel oder Steak aus dem Supermarkt dürfte künftig stärker zu Buche schlagen. Neben verbesserten Haltungsbedingungen spielen dabei auch steigende Kosten für Energie, Futtermittel, Löhne und Investitionen in tiergerechtere Ställe eine Rolle. Landwirte stehen vor hohen finanziellen Herausforderungen, die sich letztlich im Verkaufspreis widerspiegeln. Gleichzeitig wächst jedoch das Angebot an Fleisch aus höheren Haltungsformen, was vielen Verbrauchern ein bewussteres Einkaufen ermöglicht.
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft Schweinefleisch. Ab März 2026 wird eine staatliche Pflichtkennzeichnung eingeführt, die direkt auf der Verpackung über die Haltungsform der Tiere informiert. Das Label zeigt transparent an, ob ein Schwein im klassischen Stall, mit mehr Platz, im Frischluftstall, mit Auslauf, auf der Weide oder nach Bio-Standards gehalten wurde. Diese Kennzeichnung gilt sowohl für lose Ware an der Frischetheke als auch für vorverpacktes Fleisch. Ausgenommen sind lediglich Schweinefleisch aus dem Ausland sowie andere Fleischarten wie Geflügel oder Rind. Ziel der Maßnahme ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern eine fundiertere Kaufentscheidung zu ermöglichen und gleichzeitig Anreize für tierfreundlichere Haltungsformen zu schaffen.
Neue Verpackungsregeln.

ALDI stellt auch gekühlte Fleisch- und Wurstwaren vollständig auf Haltungsformen 3 und 4 um
Bildrechte: ALDI Fotograf: ALDI
Auch im Bereich Verpackungen stehen umfassende Veränderungen bevor. Ab August 2026 tritt in allen EU-Mitgliedsstaaten eine neue Verpackungsverordnung in Kraft. Diese soll dazu beitragen, eine Recyclingquote von mindestens 65 Prozent zu erreichen. Für Konsumenten ergeben sich daraus vor allem indirekte Auswirkungen. Hersteller und Händler sind künftig verpflichtet, unnötige Verpackungen zu vermeiden, Materialien umweltfreundlicher zu gestalten und klarer über die richtige Entsorgung zu informieren.
Konkret bedeutet das, dass Verpackungen künftig deutlicher gekennzeichnet werden müssen. Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, ob eine Verpackung in die Gelbe Tonne, den Papiermüll oder in den Biomüll gehört. Gleichzeitig werden strengere Grenzwerte für schädliche Stoffe eingeführt. Schwermetalle wie Blei oder Cadmium dürfen nur noch in stark begrenzten Mengen enthalten sein. Auch sogenannte PFAS, oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, werden erheblich eingeschränkt, da sie als umwelt- und gesundheitsschädlich gelten.
Kampf gegen Mogelpackungen geht weiter.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Kampf gegen sogenannte Mogelpackungen. Verpackungen, die einen größeren Inhalt vortäuschen, als tatsächlich enthalten ist, sollen künftig deutlich seltener werden. Das Gesetz schreibt eine maximale Leerraumquote von 50 Prozent vor. Dadurch sollen überdimensionierte Kartons, überflüssige Kunststoffhüllen und andere Luftverpackungen reduziert werden. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern schützt Verbraucher auch vor Täuschung.
Darüber hinaus setzt das Verpackungsgesetz verstärkt auf Mehrweg. Ziel ist es, den Anteil von Mehrwegverpackungen im Handel deutlich zu erhöhen. Besonders bei Getränkeflaschen könnte sich das Angebot verändern. Einwegflaschen könnten nach und nach durch Mehrwegflaschen ersetzt werden, die mit Pfand versehen sind. Auch andere Verpackungen, etwa für Speisen zum Mitnehmen, könnten künftig häufiger als wiederverwendbare Variante angeboten werden.
Vor allem in Restaurants, Cafés und Imbissen werden Kundinnen und Kunden diese Umstellung spüren. Mehrwegbecher, Pfandboxen für Essen oder wiederverwendbare Behälter könnten zum neuen Standard werden. Zwar bedeutet das für Verbraucher zunächst etwas mehr Organisation, etwa durch das Zurückbringen der Behälter, langfristig soll jedoch weniger Müll entstehen und die Umwelt entlastet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Jahr 2026 einen Wendepunkt für den Einkauf im Alltag markieren könnte. Mehr Transparenz, höhere Umwelt- und Tierschutzstandards sowie nachhaltigere Verpackungen bringen klare Vorteile. Gleichzeitig müssen sich Verbraucher darauf einstellen, dass diese Verbesserungen ihren Preis haben. Wer bewusster einkauft, kann jedoch nicht nur die eigene Kaufentscheidung besser steuern, sondern auch aktiv zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.
Was haltet ihr von diesem spannenden Thema? Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.
Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet





