Ein neues Kapitel für den Schwarz-Digits-Campus in Bad Friedrichshall. Inbetriebnahme steht unmittelbar bevor…

Den ersten Spatenstich auf dem Schwarz-Projekt-Campus 2021 nahmen vor (v. l. n. r.):
Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen; Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg; Gerd Chrzanowski, Stellvertreter des Komplementärs; Timo Frey, Bürgermeister der Stadt Bad Friedrichshall und Mario Pirwitz, Gesamtprojektleiter Generalplanung von JSWD Architekten. Foto & Bildrechte: Schwarz Corporate Affairs
Mit dem Jahreswechsel beginnt für Bad Friedrichshall eine neue Phase: 2026 markiert das erste Betriebsjahr des Schwarz-Digits-Campus. Auch wenn der genaue Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung weiterhin unter Verschluss bleibt, sind die Vorbereitungen auf dem Areal deutlich sichtbar. Die ersten Mitarbeiter sollen im Laufe des Jahres in den futuristischen Gebäudekomplex einziehen – ein bedeutender Schritt für den Standort und die gesamte Region.
Für ca. 5000 Mitarbeiter der Schwarz Gruppe ist der neue Campus final vorgesehen.
Bereits abgeschlossen sind mehrere infrastrukturelle Maßnahmen. So werden die vier neuen Bushaltestellen im Campusgebiet seit Mitte Dezember bedient. Bürgermeister Timo Frey betont, dass alle wesentlichen Verkehrsanbindungen im ersten Quartal 2026 zur Verfügung stehen sollen. Besonders ins Auge fallen die beiden neuen Rad- und Fußgängerbrücken: Eine verbindet die Stadtbahnhaltestelle Kochendorf Süd über die Gleise hinweg mit dem Campus, die andere schafft eine Anbindung aus Richtung Kochendorf und der Parkdecks.
Im Februar 2026 soll ein großer Kran die erste Brücke einheben. Parallel dazu müssen die Vorbereitungen für die zweite Brücke abgeschlossen sein. Anschließend ist eine rund zweimonatige Sperrpause geplant, um Arbeiten an den Gleisen und an der Oberleitung durchzuführen. Auch die neue Kreisstraße K 2117, die derzeit noch als Baustraße dient, soll im ersten Quartal 2026 freigegeben werden und eine wichtige Verbindung für den Campus darstellen.
Verkehr, Bauprojekte und Geduld gefragt

Foto & Bildrechte: Schwarz Corporate Affairs
Während der Campusbau selbst gut voranschreitet, gibt es bei anderen Verkehrsprojekten Verzögerungen. Der geplante Stadtbahnhalt in Campusnähe lässt weiterhin auf sich warten. Fehlende Blocksignale und Probleme beim Bau eines Verbindungsgleises am Bahnhof Neckarsulm sorgen für Verzögerungen. Die Hoffnung der Stadt ist, dass der Halt ab Dezember 2026 zumindest eingeschränkt angefahren werden kann. Der Bauzeitenplan liegt in der Verantwortung des Regierungspräsidiums Stuttgart, die Stadt selbst ist finanziell nicht beteiligt.
Ebenfalls in Planung ist der Zwischenausbau des B27-Knotens in Kochendorf. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein – unter laufendem Verkehr. Solche Großprojekte erfordern Geduld von Bürgerinnen und Bürgern, sind jedoch langfristig entscheidend für eine leistungsfähige Infrastruktur.
Ein positives Signal kommt aus der Hotellerie: Nach jahrelanger Bauzeit ist der Anbau des Hotels Schloss Lehen endlich eröffnet. 72 zusätzliche Zimmer erhöhen die Kapazität deutlich und sichern die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Geschäftsführer Rainer Rudolf betont, dass die Investition – ein zweistelliger Millionenbetrag – auch dem Erhalt des historischen Schlosses diene. Die Bauphase war geprägt von Herausforderungen, unter anderem durch den Hochwasserschutz, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Haushaltskrise als größte Herausforderung
Trotz aller Baufortschritte steht Bad Friedrichshall vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. „Die Haushaltskrise steht über allem“, macht Bürgermeister Frey deutlich. Die Gestaltung des städtischen Haushalts sei schwierig, die Einbringung in den Gemeinderat sei für Februar geplant – vergleichsweise spät im kommunalen Kalender.
Dennoch laufen weitere Projekte. Der Neubau der Lindenberghalle entwickelt sich erfreulich: Nach dem Spatenstich im Jahr 2025 wurden bereits wichtige vorbereitende Arbeiten abgeschlossen. Die Grundsteinlegung ist für den 25. Februar vorgesehen, und das Projekt liegt laut Stadt im Zeit- und Kostenrahmen. Parallel arbeitet die Verwaltung an langfristigen Themen wie der Wärmeplanung und dem Biotopverbund.
Auch gesetzliche Vorgaben beschäftigen die Stadt, etwa der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Die notwendigen Voraussetzungen seien geschaffen, nun gehe es noch um die Festlegung der Elternbeiträge. Auf privaten Baustellen gibt es ebenfalls Bewegung: Das Pfarrhaus soll abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden, während ein weiteres Wohnprojekt bereits fertiggestellt ist.
Bad Friedrichshall befindet sich damit in einer Phase des Umbruchs – geprägt von großen Chancen, aber auch von finanziellen und organisatorischen Herausforderungen. Der Schwarz-Digits-Campus steht dabei sinnbildlich für den Aufbruch in die Zukunft.
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