Wenn der Bundestag über Stackit (ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe sowie Schwester von Lidl, Prezero & Kaufland) spricht, hört auch der Handel genau hin

Lidl / Foto: Supermarkt-Inside
Wenn der Deutscher Bundestag über seine digitale Infrastruktur neu nachdenkt, ist das nicht nur ein politisches Signal – es ist auch ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Für uns im Handel zeigt die aktuelle Diskussion um einen möglichen Wechsel in die Cloud der Schwarz Gruppe vor allem eines: Digitale Souveränität wird zum Standortfaktor.
Nach Medienberichten erwägt das Parlament, sich perspektivisch von Microsoft 365 zu lösen und eine europäische Cloud-Lösung aufzubauen. Im Gespräch ist dabei Stackit – die Cloud-Plattform aus dem Ökosystem der Schwarz Gruppe. Für den Handel ist das mehr als eine technische Entscheidung. Es geht um Unabhängigkeit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Denn auch Handelsunternehmen stehen täglich vor der Herausforderung, riesige Datenmengen sicher zu verarbeiten: von Warenströmen über Lieferketten bis hin zu Zahlungsinformationen. Wenn selbst das Parlament mit rund 10.000 Rechnern über Alternativen zu etablierten US-Anbietern nachdenkt, zeigt das, wie ernst das Thema inzwischen genommen wird.
Digitale Souveränität ist keine politische Floskel – sondern wirtschaftliche Notwendigkeit

Foto: © 2025 Schwarz Digits
Im Handel ist Geschwindigkeit entscheidend. Aber ebenso wichtig sind Verlässlichkeit und Kontrolle. Abhängigkeiten von einzelnen, außereuropäischen Technologieanbietern bergen Risiken – strategisch wie regulatorisch. Genau deshalb gewinnt die Debatte um europäische Cloud-Infrastrukturen an Dynamik.
Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz betonte laut Berichten, ein eigenständiges digitales Ökosystem sei zentral, um die Hoheit über Prozesse und Daten zu sichern und die Resilienz gegenüber Cyberangriffen zu stärken. Diese Argumentation ist für den Handel unmittelbar nachvollziehbar.
Handelsunternehmen arbeiten mit sensiblen Kunden- und Geschäftsdaten. Cyberangriffe, Datenabflüsse oder regulatorische Unsicherheiten können immense Schäden verursachen – finanziell wie reputativ. Eine Cloud-Infrastruktur, die in Deutschland betrieben wird und europäischen Datenschutzstandards unterliegt, schafft hier zusätzliche Sicherheit.
Natürlich ist der Weg dorthin anspruchsvoll. Systeme wie Microsoft 365 sind tief in bestehende Prozesse integriert – im Bundestag ebenso wie in vielen Unternehmen. Eine vollständige Umstellung erfordert Planung, Investitionen und Übergangslösungen. Laut Berichten könnte zunächst eine in Deutschland betriebene Zwischenlösung genutzt werden, bevor langfristig eine souveräne Infrastruktur aufgebaut wird. Für den Handel ist diese schrittweise Transformation ein realistisches Szenario: Modernisierung ja – aber ohne operative Risiken.
Ein Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Bundeskanzler Friedrich Merz und Gerd Chrzanowski, Komplementär Schwarz Gruppe.
Bildrechte: Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG Fotograf:Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG
Die mögliche Entscheidung des Bundestags hätte weitreichende Symbolkraft. Wenn sich das höchste deutsche Parlament perspektivisch für eine heimische Cloud-Lösung entscheidet, stärkt das nicht nur einen Anbieter – es stärkt das Vertrauen in den Technologie- und Innovationsstandort Deutschland.
Auch politisch wird dieser Kurs unterstützt. Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte öffentlich das Engagement der Schwarz Gruppe zur Stärkung technologischer Souveränität. Für den Handel ist das ein wichtiges Signal: Digitalisierung wird nicht allein dem Markt überlassen, sondern strategisch begleitet.
Denn Handelsunternehmen sind auf leistungsfähige digitale Infrastruktur angewiesen – für automatisierte Logistik, datenbasierte Sortimentsplanung, KI-gestützte Prognosen oder Omnichannel-Strategien. Wer hier auf stabile, souveräne Cloud-Lösungen zurückgreifen kann, erhöht seine Resilienz und reduziert geopolitische Risiken.

Foto: Kaufland
Die Diskussion um Stackit zeigt, dass Handelsunternehmen nicht nur Anwender digitaler Technologien sind, sondern Treiber einer eigenständigen europäischen Infrastruktur sein können. Die Schwarz Gruppe ist selbst eines der größten Handelsunternehmen Europas – und investiert gleichzeitig massiv in digitale Kompetenzen. Diese Verbindung von operativer Handelskompetenz und technologischer Infrastruktur schafft Glaubwürdigkeit.
Für die Branche bedeutet das: Digitale Souveränität ist kein abstraktes politisches Projekt. Sie betrifft Preisgestaltung, Lieferfähigkeit, Kundendaten und Wettbewerbsfähigkeit. Sie ist damit Teil der strategischen Unternehmensführung. Sollte der Bundestag sich langfristig für Stackit oder eine vergleichbare europäische Lösung entscheiden, wäre das ein Meilenstein. Für den Handel wäre es die Bestätigung, dass leistungsfähige Cloud-Technologien „Made in Germany“ auch höchsten Anforderungen gerecht werden.
Und vielleicht markiert genau diese Debatte den Beginn einer neuen Phase: einer Phase, in der Handel, Politik und Technologie enger zusammenrücken, um digitale Unabhängigkeit als gemeinsamen Standortvorteil zu begreifen.
Was haltet ihr von diesem spannenden Thema? Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.
Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet





