Umstrukturierung bei Schwarz Tochter Kaufland, Hoppe & Koch greifen durch! Top-Personal muss das Unternehmen verlassen.

Die neue Filiale bietet auch ansprechende Bedienungstheken. Foto: Kaufland
Im Februar 2026 befindet sich Kaufland inmitten einer der radikalsten Umstrukturierungen in seiner Unternehmensgeschichte. Unter dem strategischen Leitmotiv „Kaufland macht sich schlank“ vollzieht die Schwarz-Tochter eine fundamentale Verschlankung ihrer Führungsebene. Ziel dieser Rosskur ist es, die Entscheidungswege zwischen der Zentrale in Neckarsulm und den über 780 Filialen in Deutschland drastisch zu verkürzen und die Verwaltungskosten massiv zu senken.
Auch verspricht sich die Großfläche von Schwarz mehr Tempo und Durchgriff der neuen Umstrukturierung. Dies eist auch Sicht der Geschäftsführung notwendig geworden, um den neuen und härteren Anforderung im Markt gerecht zu werden. Nun soll durch eine zentralere Steuerung und flachere Hierarchien mehr Tempo in das Geschäft kommen. Der Hauptverantwortliche für die neue Herausforderung ist Heiko Koch, der bislang Geschäftsleitungsvorsitzender in Tschechien war und seit dem letzten Sommer die neu geschaffene Position Geschäftsleiter Regionen innehat. Er arbeitet nun als rechte Hand mit Stefan Hoppe zusammen. Nun werden die Verantwortlichkeiten deutlicher geregelt und Arbeits- und Entscheidungsprozesse schneller und einfacher.
Paukenschlag in Neckarsulm- Auch Top-Personal muss gehen.

Bildrechte & Fotograf Kaufland
Bei Kaufland bleibt zu Beginn des neuen Jahres kaum noch ein Stein auf dem anderen. Was als strategische Verschlankung begann, hat sich zu einem regelrechten Kahlschlag in der Führungsetage ausgeweitet. Die Schwarz-Tochter zieht die Zügel massiv an und löst die bisherigen regionalen Zwischenebenen mit sofortiger Wirkung auf. In einem radikalen Kraftakt werden die einst sechs großen Vertriebsregionen auf nur noch drei schlagkräftige Einheiten, das sind Nord, Ost und Süd, zusammengeschmolzen. Das Ziel ist klar, jede Barriere zwischen der Zentrale und der Kundschaft soll fallen.
Besonders die Personalien hinterlassen bei vielen fassungslose Gesichter. Mit Nicole Krauss (Süd), Martin Pralow (West) und Ralph Zoill (Ost) verlassen drei absolute Schwergewichte das Unternehmen, wenn auch in „beiderseitigem Einvernehmen“. Der Abgang dieser drei Top-Manager gleicht einem operativen Erdbeben, galten sie doch noch vor wenigen Monaten als die großen Gewinner der internen Machtverschiebung und waren intern wie extern hoch angesehen. Dass ausgerechnet diese Architekten des bisherigen Erfolgs nun im Zuge der neuen „schlanken Struktur“ weichen müssen, kam für manche Beobachter wohl doch überraschend.
Mit diesem Schritt eliminiert Kaufland eine komplette Hierarchieebene, die in der Vergangenheit oft auch als bürokratischer Filter zwischen der Deutschland-Führung und der Basis kritisiert wurde. Für die betroffenen Manager und Managerinnen bedeutet das auch oft, dass man aus dem Unternehmen gehen muss oder einer Versetzung in neu geschaffene, zentral gesteuerte Rollen gehen muss. In Neckarsulm setzt man nun im neuen Jahr alles auf eine Karte.
Rotstift auch in der Vertriebsgeschäftsführung. Fast jede 2. Stelle fällt weg.

Zum 7. Juni senkt Kaufland die Verkaufspreise für mehr als 350 regionale und nationale Molkereiprodukte.
Bildrechte: Kaufland Fotograf: Kaufland
Viel Bewegung gibt es auch in der unteren Etage der Vertriebsgeschäftsführung. Der Handelsriese schaltet in den Angriffsmodus und vollzieht eine Rosskur, die sicher die Handelsbranche aufhorchen lässt. hält. Die wichtigste Nachricht, die wie eine Bombe einschlug ist sicherlich, dass die Vertriebsgeschäftsführung drastisch zusammengestrichen wird.
Wo bisher 16 hochkarätige Entscheider und Entscheiderinnen das Sagen hatten, bleiben nach diesem Kahlschlag nur noch 9 übrig. Dieser radikale Schritt ist weit mehr als eine bloße Umstrukturierung und muss wohl auch als ein operativer Paukenschlag gesehen werden. Fast die Hälfte der bisherigen Führungsriege verliert ihren Posten oder muss sich in der neuen, „schlanken“ Welt von Kaufland völlig neu beweisen. In der Logistik gibt es auch eine neue Managementstruktur. Die sechs regionalen Logistikzentren berichten nun direkt an den neuen Geschäftsführer Gerhard Kunkel, der erst im Herbst von Fressnapf zu Kaufland kam. Die verbliebenen neun Personen stehen nun unter massivem Druck, denn nun müssen sie die Last schultern, die zuvor auf 16 Schultern verteilt war.
Fazit:

Foto: Supermarkt-Inside
Bei Kaufland weht ab sofort ein neuer Wind, der keinen Platz mehr für aufgeblähte Strukturen lässt. Das Signal an die Konkurrenz ist klar. Kaufland ist jetzt schlanker, schneller und gefährlicher als je zuvor und es ist auch eine offene Kampfansage an den Wettbewerb.
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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet





