Paukenschlag im italienischen Lebensmitteleinzelhandel: CEO/GLV Silvestri verlässt Lidl – und geht zu ALDI

Diese Nachricht hat die Branche auf dem falschen Fuß erwischt: Massimiliano Silvestri, bislang CEO/GLV von Lidl Italia, wechselt überraschend zu ALDI Italia. Ein Schritt, den bei Lidl International kaum jemand für möglich gehalten hätte. Zu eng schien Silvestris Rolle mit der italienischen Erfolgsstory von Lidl verknüpft, zu stabil wirkte seine Position. Doch nun ist klar: Hinter den Kulissen brodelte es gewaltig.
Der Wechsel ist mehr als ein Personalentscheid. Er ist ein strategisches Signal, ein Machtwechsel mit Ansage – und möglicherweise ein Wendepunkt für den italienischen Discountmarkt.
Ein Abgang mit Sprengkraft: Warum Silvestri Lidl verlässt

Offiziell herrscht Schweigen. Doch in Branchenkreisen wird ein Thema immer wieder genannt: der gescheiterte Versuch von Lidl, Teile von Carrefour Italia zu übernehmen. Was als strategischer Befreiungsschlag gedacht war, entwickelte sich offenbar zum Stolperstein. Zu komplex die Verhandlungen, zu hoch die politischen und kartellrechtlichen Hürden – und am Ende kein Deal.
Für Silvestri, der als Macher und Wachstumsstratege gilt, dürfte das ein Frustrationsmoment gewesen sein. Lidl Italia stand unter seiner Führung solide da, doch der große Expansionshebel blieb ungenutzt. Wer Silvestri kennt, weiß: Stillstand ist für ihn keine Option.
Dass er nun ausgerechnet zu ALDI Italia wechselt, ist brisant. Denn ALDI ist in Italien zwar präsent, kämpft aber seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen, einer geringeren Filialdichte und einer deutlich niedrigeren Markenbekanntheit als Lidl. Genau hier könnte Silvestri seine größte Chance sehen: gestalten statt verwalten.
ALDI SÜD HOLDING setzt alles auf Italien

Der Wechsel kommt nicht zufällig. Die ALDI SÜD HOLDING will trotz aller Schwierigkeiten massiv in den italienischen Markt investieren. Neue Filialen, optimierte Sortimente, effizientere Logistik – Italien steht auf der strategischen Agenda weit oben.
Mit Silvestri holt sich ALDI einen CEO ins Haus, der:
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den italienischen Markt bis ins Detail kennt
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die Mechaniken des Discountgeschäfts beherrscht
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bewiesen hat, dass Wachstum auch in einem hochkompetitiven Umfeld möglich ist
Das ist ein klares Statement: ALDI meint es ernst. Und mehr noch – man ist bereit, Risiken einzugehen, um Marktanteile zu gewinnen. Silvestri soll nicht nur stabilisieren, sondern beschleunigen. Beobachter erwarten eine deutlich aggressivere Expansionsstrategie, sowohl bei Standorten als auch beim Preis- und Aktionsgeschäft. Für Lidl wiederum ist der Verlust schmerzhaft. Ein erfahrener Landeschef geht – und zwar zur direkten Konkurrenz. Das ist kein normaler Abgang, das ist ein Signal an den Markt.
Was der CEO/GLV-Wechsel für den italienischen Handel bedeutet

Der italienische Lebensmitteleinzelhandel steht vor einer neuen Phase. Inflation, Preisdruck und verändertes Konsumverhalten spielen Discountern grundsätzlich in die Karten. Doch der Wettbewerb wird härter – und persönlicher.
Der Wechsel von Massimiliano Silvestri könnte:
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den Preiskampf verschärfen
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die Expansion von ALDI Italia beschleunigen
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Lidl zu strategischen Gegenmaßnahmen zwingen
Für Carrefour ist die Entwicklung ebenfalls relevant. Der gescheiterte Verkauf von Unternehmensteilen zeigt, wie schwierig Konsolidierung in Italien ist. Gleichzeitig wächst der Druck durch aggressive Discounter weiter. Eines ist sicher: Dieser Personalwechsel ist kein Randthema, sondern ein möglicher Gamechanger. Wenn Silvestri bei ALDI das umsetzt, was ihm bei Lidl teilweise verwehrt blieb, könnte sich das Kräfteverhältnis im italienischen Discountmarkt schneller verschieben, als viele erwarten.
Der Kampf um höhere Marktanteile in Italien ist eröffnet – und er wird härter, lauter und strategischer als zuvor.
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