Falschgeld: Wer in Deutschland mit Bargeld zahlt, denkt selten daran, dass sich unter den Scheinen in der Geldbörse eine Fälschung befinden könnte.

Und doch ist genau das weiterhin eine reale Gefahr. Zwar sind die Zahlen zuletzt leicht gesunken, doch die Bedrohung bleibt – insbesondere bei bestimmten Stückelungen. Nach Angaben der Deutsche Bundesbank wurden im Jahr 2025 rund 67.963 gefälschte Euro-Banknoten sichergestellt. Das sind zwar 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr, dennoch handelt es sich um die zweithöchste Menge seit 2017.
Rechnerisch entfielen damit acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Im europäischen Vergleich wurden laut Europol europaweit 444.000 falsche Euro-Scheine aus dem Verkehr gezogen – 110.000 weniger als 2024. Doch Entwarnung wäre fehl am Platz. Denn gerade im Alltag, beim schnellen Bezahlen im Café oder beim Wechselgeld im Supermarkt, nutzen Fälscher die Unachtsamkeit vieler Menschen gezielt aus.
Warum gerade 20- und 50-Euro-Scheine betroffen sind

Besonders häufig betroffen sind der 20- und der 50-Euro-Schein. Der Grund ist simpel: Diese Scheine wechseln besonders oft den Besitzer. Wer einen 20-Euro-Schein als Wechselgeld erhält, prüft ihn in der Regel weniger sorgfältig als einen 100- oder 200-Euro-Schein. Genau hier setzen Kriminelle an.
Im Jahr 2025 zählte die Bundesbank allein 33.956 gefälschte 50-Euro-Scheine – fast die Hälfte aller sichergestellten Blüten in Deutschland. Hinzu kamen über 16.000 falsche 20-Euro-Scheine. Der finanzielle Schaden belief sich insgesamt auf rund vier Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 4,5 Millionen Euro gewesen.
Auffällig ist dabei, dass ein großer Teil der Fälschungen vergleichsweise leicht zu erkennen wäre. Manche Scheine tragen sogar Aufdrucke wie „MovieMoney“ oder „Prop Copy“. Ursprünglich werden diese als Spielgeld oder Filmrequisiten verkauft – doch Kriminelle bringen sie gezielt in Umlauf. Wer also genauer hinsieht, kann sich oft schützen.
Eine besonders kuriose Geschichte zeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit sein kann: Eine Frau bemerkte nach einer gemeinsamen Taxifahrt, dass die beiden 20-Euro-Scheine, die ihr Freund ihr zum Bezahlen gab, Falschgeld waren. Sie alarmierte die Polizei – während ihr Partner vor der Tür wartete, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Ein Moment, der anders geplant war und eindrucksvoll zeigt, wie schnell man unwissentlich mit Falschgeld in Kontakt geraten kann.
Professionelle Fälscher und internationale Netzwerke

Neben dilettantischen Versuchen gibt es jedoch auch hochprofessionelle Strukturen. So gelang es Ermittlern im Oktober 2025, in Wuppertal eine Fälscherwerkstatt auszuheben. Der 32-jährige Betreiber bezeichnete sich selbst als „Marktführer“ der deutschsprachigen Falschgeldszene. Bei der Razzia liefen die Drucker noch und produzierten seitenweise Falschgeldbögen. Mehr als 300.000 Euro soll das Paar seit 2023 hergestellt und in Umlauf gebracht haben.
Noch größer war eine internationale Aktion in 18 Ländern: Dabei stellten Fahnder Falschgeld im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro sicher. Die Blüten wurden per Post verschickt – neben Euro auch US-Dollar, britische Pfund und Schweizer Franken. Innerhalb von sechs Monaten wurden 79 Pakete abgefangen, über 90 Prozent davon stammten aus China.
Diese Zahlen zeigen: Falschgeld ist längst kein lokales Problem mehr, sondern Teil global organisierter Kriminalität. Moderne Drucktechnik, Online-Marktplätze und anonyme Versandwege erleichtern es Tätern, ihre Ware zu vertreiben.
So schützen Sie sich im Alltag
Trotz der beunruhigenden Fälle bleibt festzuhalten: Die Wahrscheinlichkeit, Falschgeld zu erhalten, ist vergleichsweise gering. Dennoch lohnt es sich, aufmerksam zu sein. Prüfen Sie Banknoten nach dem Prinzip „Fühlen, Sehen, Kippen“:
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Fühlen: Echtes Papier fühlt sich griffig und fest an. Reliefdrucke sind tastbar.
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Sehen: Halten Sie den Schein gegen das Licht – Wasserzeichen und Sicherheitsfaden müssen klar erkennbar sein.
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Kippen: Hologramme und Farbwechsel-Effekte verändern sich bei Bewegung.
Besonders bei 20- und 50-Euro-Scheinen empfiehlt sich ein kurzer Blick mehr. Denn wer Falschgeld annimmt, bleibt meist auf dem Schaden sitzen – eine Erstattung gibt es nicht.
Auch wenn die Zahlen zuletzt gesunken sind, bleibt Wachsamkeit entscheidend. Fälscher setzen auf Schnelligkeit und Nachlässigkeit. Verbraucher dagegen können mit ein paar Sekunden Aufmerksamkeit verhindern, selbst Opfer zu werden.
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