Digitale Abhängigkeit als Risiko: Warum die Schwarz-Gruppe Europa wachrüttelt

Bundeskanzler Friedrich Merz und Gerd Chrzanowski, Komplementär Schwarz Gruppe.
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Ein Satz, der hängen bleibt – und Angst macht: „Wenn die Amerikaner es heute wollten, könnten sie uns das Licht ausschalten.“ Mit dieser drastischen Warnung bringt Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe, auf den Punkt, was viele in Europa lieber verdrängen: Unsere digitale Infrastruktur hängt gefährlich stark von US- und chinesischen Konzernen ab. Cloud, Daten, KI – die technologische Schaltzentrale Europas liegt nicht in Europa. Für Chrzanowski ist klar: Digitale Souveränität ist keine Option mehr, sondern eine Überlebensfrage.
Cloud-Abhängigkeit von den USA: Europas gefährlichste Schwachstelle
Ob Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud – der europäische Markt wird von außereuropäischen Anbietern dominiert. Genau darin sieht die Schwarz-Gruppe ein massives strategisches Risiko. Wer die Cloud kontrolliert, kontrolliert Daten, Prozesse und im Zweifel ganze Volkswirtschaften. Chrzanowski spricht offen aus, was viele Politiker nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Europa hat sich in eine digitale Abhängigkeit manövriert.
Donald Trumps harte Ansagen an Europa bewertet der Manager deshalb als Weckruf. Nicht, weil er Trumps Politik teile – sondern weil sie schonungslos offenlege, wie erpressbar Europa geworden ist. Nationale Alleingänge, Kleinstaaterei und langsame Entscheidungsprozesse könnten sich die EU-Staaten im digitalen Wettbewerb schlicht nicht mehr leisten.
Stackit und Schwarz Digits: Der Discount-Ansatz für digitale Souveränität

Die Antwort der Schwarz-Gruppe heißt Schwarz Digits – und vor allem Stackit, die hauseigene Cloud-Plattform. Statt alles für jeden anzubieten, setzt der Konzern auf ein klar fokussiertes Modell: Kernanwendungen, die Unternehmen täglich brauchen, dafür aber souverän, datenschutzkonform und preislich konkurrenzfähig. Ein digitales Discount-Prinzip – ganz im Stil von Lidl.
Damit positioniert sich die Schwarz-Gruppe bewusst als europäische Alternative zu den Tech-Giganten. Nicht als Komplettkopie von AWS oder Google, sondern als pragmatische Lösung für Unternehmen und Behörden, die ihre Daten nicht länger außer Landes geben wollen. Kooperationen mit US-Anbietern schließt Chrzanowski dabei nicht aus – aber nur dort, wo sie unvermeidbar sind.
Staat als Kunde, Europa als Chance: Warum jetzt gehandelt werden muss
Besonders deutlich wird Chrzanowski beim Blick auf die Politik. Sein Appell: Der Staat muss Ankerkunden schaffen. In den USA wachsen Konzerne wie Amazon oder Palantir auch deshalb so schnell, weil sie milliardenschwere Regierungsaufträge erhalten. Genau diesen Mut vermisst der Chef der Schwarz-Gruppe in Europa.
Zwar sei das Problembewusstsein in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vorhanden – doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klaffe eine gefährliche Lücke. Investitionen wie die elf Milliarden Euro für ein Rechenzentrum in Brandenburg, eigene Rechenzentren oder das Engagement im KI-Innovationspark IPAI in Heilbronn zeigen, dass die Schwarz-Gruppe bereit ist, voranzugehen. Doch ohne politische Rückendeckung droht Europa, den Anschluss endgültig zu verlieren.
Fazit:
Die Forderung der Schwarz-Gruppe nach digitaler Souveränität ist kein Lobby-Gerede, sondern ein realistischer Blick auf Europas Verwundbarkeit. Wer Cloud, Daten und KI aus der Hand gibt, gibt Macht ab. Chrzanowskis Warnung ist unbequem – aber genau deshalb goldrichtig.
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