Schwarz Gruppe: Digitale Souveränität gewinnt auch im LEH an Priorität

Digitale Souveränität ist längst kein diplomatisches Schlagwort mehr – sie ist ein strategischer Imperativ auch für den Lebensmitteleinzelhandel.

Foto von Simon Kadula auf Unsplash

Was auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz diskutiert wurde, betrifft nicht nur Regierungen und Sicherheitsbehörden. Es betrifft auch Supermärkte, Logistikzentren, Zahlungsprozesse und Kundendaten u.v.m. – also das operative Herz des Handels. Denn wer täglich Millionen Menschen versorgt, trägt nicht nur Verantwortung für Warenströme, sondern auch für Datenströme.

Cybersicherheit wird immer mehr auch zum Standortfaktor für den Handel

Ein zentrales Signal der o.g. Konferenz war die strategische Partnerschaft zwischen Schwarz Digits und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Für den Lebensmitteleinzelhandel ist das mehr als eine Unternehmensmeldung – es ist ein Branchenimpuls.

Warum?

  • Filialnetze sind hochgradig digitalisiert

  • Warenwirtschaft und Logistik laufen cloudbasiert

  • Bezahlsysteme sind kritische Infrastruktur

  • Kundendaten müssen maximal geschützt werden

Cyberangriffe auf Handelsunternehmen sind längst Realität. Ein Ausfall von IT-Systemen kann Lieferketten unterbrechen, Regale leer bleiben lassen und Vertrauen beschädigen. Die Botschaft aus München: Digitale Resilienz ist keine Option mehr – sie ist Voraussetzung für Versorgungssicherheit in Europa.

KI im Supermarkt: Effizienzgewinn oder Kontrollverlust?

EDEKA Einsatz des E-Bons im E-Center Wolmirstedt

Im Side-Event „Servant or Master? The Final Years of Human Decision-Making“ diskutierten unter anderem Jürgen Schmidhuber, Aidan Gomez von Cohere sowie NATO-General Ingo Gerhartzüber die Auswirkungen von KI auf globale Entscheidungsstrukturen.

Für den Lebensmitteleinzelhandel ist diese Debatte hochaktuell.

Künstliche Intelligenz steuert heute schon vielfach:

  • Absatzprognosen

  • Sortimentsoptimierung

  • dynamische Preisgestaltung

  • Bestellmengen

  • Logistikrouten

Doch mit wachsender Automatisierung wächst auch die Verantwortung. Die entscheidende Frage lautet: Bleibt der Mensch strategischer Entscheider – oder wird er zum Systemverwalter? Gerade in einer Branche, die Grundversorgung sicherstellt, darf Technologie nie Selbstzweck sein. KI muss Effizienz steigern, ohne Abhängigkeiten zu schaffen oder Entscheidungsprozesse zu entkoppeln.

Versorgungssicherheit braucht digitale Souveränität

Foto: © 2025 Schwarz Digits

Der Lebensmitteleinzelhandel ist systemrelevant. Das wurde in Krisenzeiten deutlich – und es gilt auch für digitale Bedrohungsszenarien.

Digitale Souveränität bedeutet für die Branche:

  • Kontrolle über eigene Daten

  • europäische Cloud- und Sicherheitslösungen

  • unabhängige Infrastruktur

  • robuste IT-Architekturen

  • klare Governance-Strukturen für KI

Der technologische Umbruch ist massiv. Doch wer ihn proaktiv gestaltet, verhindert, dass Innovation zur Schwachstelle wird. Die Debatten auf der Sicherheitskonferenz zeigen: Wirtschaft und Sicherheitspolitik sind enger verzahnt denn je.

Für den Lebensmitteleinzelhandel heißt das:

Digitale Infrastruktur ist genauso wichtig wie Kühlketten und Lieferverträge. Wer Europas Versorgung sichern will, muss auch seine digitale Basis absichern.

Was haltet ihr von diesem spannenden Thema?  Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

Das könnte Sie auch interessieren