Ernährung

Getränke mit CBD: Ein neues Wellnessprodukt?

Wellness-Getränke nehmen im Lebensmittelhandel zwar nur eine kleine Nische ein.

Vergleichsweise hohe Verkaufspreise machen sie aber durchaus interessant. Besonders im Sommer finden Produkte wie O2-Wasser, das mit Sauerstoff angereichert ist, oder Aloe-Vera-Drinks viele Käufer. Möglicherweise richtet sich bald auch ein neues Produkt an gesundheitsbewusste Verbraucher, die ihr Wohlbefinden im Alltag steigern möchten. Erfrischungsgetränke und Wasser mit CBD-Zusatz werden schon jetzt in den USA und einigen anderen Ländern vermarktet. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ebnete kürzlich den Weg dafür, solche Produkte auch in Deutschland zu vertreiben.

Tauziehen um die Novel-Food-Verordnung

Esswaren mit CBD fallen in der EU unter die sogenannte Novel-Food-Verordnung. Weil sie als neuartige Lebensmittel eingestuft werden, bedürfen sie einer besonderen Genehmigung. Im August letzten Jahres sorgte die EU-Kommission für Aufsehen, als sie CBD zum Betäubungsmittel erklärte. Die Neuzulassung von CBD-haltigen Nahrungsmitteln war damit effektiv gestoppt. Die Einschätzung der Kommission widersprach nicht nur dem Urteil zahlreicher Experten, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. Auch der Europäische Gerichtshof kam kürzlich zu einer anderen Einschätzung. Er stellte klar, dass CBD-Öl aus Hanfextrakt und vergleichbare Produkte keine psychoaktive Wirkung haben. Daher seien sie auch nicht als Drogen einzustufen. Aufgrund dieses Urteils werden Anträge auf die Zulassung von CBD-haltigen Nahrungsmitteln jetzt wieder geprüft. Auch CBD-haltige Getränke sind daher grundsätzlich wieder denkbar.

Beispiele für Getränke mit CBD

Einige europäische Onlineshops verkaufen schon jetzt CBD-haltige Getränke. Dazu zählt beispielsweise ein Energydrink des Herstellers Euphoria. Das Produkt schmeckt nach Hanf und spricht vor allem eine junge Zielgruppe an. Neben Partygängern zählen dazu auch Sportler. Wie die meisten Energy Drinks enthält es verschiedene Vitamine, Koffein und Taurin. Der CBD-Gehalt einer Dose dieses Getränks entspricht in etwa der durchschnittlichen Einzeldosis von Nahrungsergänzungsmitteln mit CBD. Eine völlig andere Zielgruppe spricht hingegen CBD-Wasser an. Diese Getränke richten sich an gesundheitsbewusste Käufer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Im Gegensatz zu Energy Drinks setzen die Hersteller bei CBD-Wasser auf ein natürliches Image und verweisen darauf, dass sie weder Zucker noch künstliche Konservierungsstoffe zusetzen. Deutsche Hersteller von CBD-Wasser sind bislang nicht bekannt. 

MysteryShot (Ivan Stajkovic)

Welches Potential haben Getränke mit CBD?

Produkte aus Hanf lassen sich nach wie vor gut vermarkten. Sie üben aufgrund ihrer Nähe zur Droge Cannabis eine gewisse Faszination aus und wecken daher leicht das Interesse potentieller Käufer. Die Überzeugung, dass CBD eine positive Auswirkung auf den Körper hat, ist zudem weit verbreitet. Zur gezielten Aufnahme von CBD können Getränke mit Nahrungsergänzungsmitteln zwar kaum konkurrieren. Denn im Verhältnis zum Preis enthalten sie nur einen Bruchteil des Wirkstoffs. Im Vergleich zu ähnlichen Wellness-Getränken sind sie aber kaum teurer.

Ansprechend präsentiert könnten sie also durchaus zu Spontankäufen verleiten und in ihrer Nische einen festen Käuferkreis finden. Ob CBD-Getränke sich als Massenprodukt eignen, ist hingegen fraglich. Die großen Softdrink-Hersteller sind bezüglich CBD aktuell sehr zurückhaltend. Gerüchte, dass Coca Cola ein CBD-Produkt auf den Markt bringen wolle, wurden von dem Unternehmen dementiert. Möglicherweise warten die Großunternehmen lieber ab, bis der rechtliche Status von CBD weiter gefestigt ist. Vielleicht halten sie den Hype um CBD aber auch für eine vorübergehende Erscheinung. Um das langfristige Potential des Hanfextrakts einzuschätzen, dürften noch einige Jahre nötig sein.

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Bilder: Archiv Supermarkt-Inside und MysteryShot (Ivan Stajkovic) auch Beitragsbild

Content: Gastbeitrag

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