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Die Geburt von Libra gestaltet sich schwierig

  • Die Geburt von Libra gestaltet sich schwierig

Schwacher Start der Kryptowährung Libra

Die Geburtsstunde hatte Facebook sich sicherlich ruhmreicher vorgestellt. Mit Libra haben sie eine private Komplementärwährung erschaffen, die Ende 2020 auf den Markt kommen soll. Nutzer können diese Kryptowährung dann jeweils in ihrer Landeswährung kaufen. Vor kurzem fand die offizielle Gründung statt. Der Name ist Libra Association.  Aber die Freude war getrübt. Denn einige Unternehmen haben sich in letzter Sekunde dagegen entschieden. Sie wollen das Projekt nun doch nicht unterstützen. Anfänglich waren es 28 Unternehmen. Jetzt sind es nur noch 21 Firmen, welche die Satzung unterschrieben haben. Dabeigeblieben sind unter anderem der Mobilfunkkonzern Vodafone, der Musikstreamingdienst Spotify und die Facebook-Payment-Tochter Calibra.

Fast alle Zahlungsdienstleister lassen Libra im Stich

Die Bezahldienstleister haben sich hingegen fast alle zurückgezogen. Und zwar in aller letzter Sekunde. Visa Mastercard, Paypal, Stripe, Mercado Pago und Ebay, plötzlich waren sie alle weg. Nur das niederländische Fintech-Unternehmen Pay U ist an Bord geblieben. Damit sind sie die einzigen Zahlungsdienstleister, die an die neue Kryptowährung Libra glauben. Das macht es für Facebook recht schwierig. Denn die Zahlungsdienstleister bilden normalerweise die Brücke zur klassischen Finanzwelt. Sie vereinfachen den Tausch der Währung. Ob das nun einer alleine übernehmen kann, ist fraglich. Durch die veränderte Situation stellt sich außerdem die Frage, ob der geplante Starttermin Ende 2020 eingehalten werden kann!

Woher kam der Sinneswandel?

Libra steht sehr in der Kritik. Sogar die Politik mischt sich ein. Das dürfte der Grund für die vielen Rückzieher sein. Facebook wird vorgeworfen, dass sie sich noch nicht ausreichend um die Sicherheit von Libra gekümmert haben. Gegner fürchten eine Destabilisierung des gesamten Finanzsystems. Die Europäische Zentralbank äußert die Sorge, dass die neue Kryptowährung die Liquiditätslage von Banken in der Eurozone schädigen wird. Auch Geldwäsche und Terrorfinanzierung sind Gespenster, die Fachleute umtreiben. Kein Wunder, dass Facebook massiv unter Druck gesetzt wird. Es könnte zu einer genauen Prüfung durch die Aufsichtsbehörde kommen. Und das gilt dann nicht nur für Libra, sondern für alle Zahlungsaktivitäten von Facebook.

Libra bleibt aber ruhig. Sie beteuern, dass sie mit allen Behörden weltweit zusammenarbeiten wollen. Somit scheint das ganze Projekt doch noch eine Chance zu haben. Wahrscheinlich haben sich deswegen einige der Aussteiger auch ein Hintertürchen offen gelassen. Sie können sich vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt Unterstützer des Libra-Projektes zu werden. Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder bei Facebook, was ihr davon haltet.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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