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CBD Automaten in Deutschland – viele Irrtümer!

Viele CBD Automaten müssen kurz nach ihrer Aufstellung wieder abgebaut werden. Woran liegt das?

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Die meisten CBD-Produkte sind legal käuflich! (Photo by Kimzy Nanney on Unsplash

Seit einiger Zeit tauchen in deutschen Innenstädten immer mal wieder Automaten auf, in denen CBD-haltige Produkte angeboten werden. CBD (Cannabidiol) ist wie THC (Tetrahydrocannabinol) ein Wirkstoff der weiblichen Hanfpflanze. Im Gegensatz zum bekannteren THC weist CBD aber keinerlei berauschende Wirkung auf, sondern zeitigt vor allem entzündungshemmende und entspannende Effekte. Deshalb dürfte einem freien Verkauf in Supermärkten, Drogerien und Apotheken eigentlich nichts im Wege stehen.

CBT Automaten: Leider ist die Sachlage nicht so einfach…

Leider ist die Sachlage nicht so einfach und so mussten die Betreiber schon einige ihrer Cannabis Automaten wieder abbauen, so geschehen u. a. in Darmstadt, Würzburg und kürzlich in Nürnberg. Auch Drogeriemärkte in der Republik, die diese Art von Produkten in ihr Sortiment aufgenommen hatten, bekamen schon öfter Besuch von der Polizei, worauf sie CBD wieder aus ihren Regalen räumten. 

Cannabidiol-Produkte werden bisher in spezialisierten Online-Shops angeboten. Anwender können legal CBD-Öle, Kristalle, CBD Zigaretten, Schokoriegel, und Utensilien wie Verdampfer und sogar Grinder im Internet kaufen. Allerdings überrascht es nicht, dass der Verkauf im Präsenzshop oder im CBD Automaten solch einen Wirbel auslöst. Ist doch die Rechtslage eher undurchsichtig, sodass selbst die Verkäufer den Überblick darüber verlieren können, welches Produkt nun legal ist und welches einen Strafbefehl nach sich zieht.

Unbehandelten Pflanzenteile von CBD- und THC-haltigen Gewächsen sind sich zum Verwechseln ähnlich (Photo by Elsa Olofsson on Unsplash) / Quelle: https://unsplash.com/photos/uAfGJxkazOM

CBD im Streit der Kompetenzen

Unzweifelhaft ist es inzwischen, dass CBD ein großes Potenzial hat, um das Wohlbefinden des menschlichen Organismus zu fördern. Leider ist dieses Wissen noch nicht in alle Köpfe vorgedrungen, obwohl das schon 2018 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) bestätigt wurde. Diese stellte weiterhin fest, dass von dem Stoff keinerlei gesundheitsgefährdendes Potenzial ausgehe und vor allem keine Suchtgefahr besteht. Nun aber überlappen sich die Rechtsprechung der EU (Europäische Union) mit der Judikative hierzulande. Zudem sieht die EU CBD eher als Nahrungsergänzungsmittel an. Damit fallen die Produkte unter die sogenannte Novel Food Regelung und bedürfen einer Zulassung. Mit dieser Verordnung versuchen die Verantwortlichen in Brüssel, die Qualität der Nahrungsmittel innerhalb der Union zu sichern. Alle Lebensmittel, die nicht schon vor 1997 in „nennenswertem Rahmen“ verzehrt wurden, bedürfen einer Prüfung und einer Genehmigung, damit sie frei in Verkehr gebracht werden können.

In Deutschland steht das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) im Blickpunkt. Dieses besagt, dass CBD Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % frei verkäuflich sind. Allerdings mit einer Ausnahme. Es sind nämlich nur weiterverarbeitete Produkte wie Öle, Cremes, Salben und Kapseln legal zu vertreiben. Blüten und Blätter dagegen bleiben weiterhin verboten, auch wenn sie die Bestimmungen bezüglich des THC-Gehalts einhalten.

Unkenntnis und schwarze Schafe

Vor Ort dann sind drei Faktoren zu benennen, welch die Angelegenheit weiter komplizieren. Zum einen tummeln sich auf dem Markt einige schwarze Schafe, die versuchen, sich die unübersichtliche Rechtslage zunutze zu machen. Immer wieder tauchen CBD Öle auf, deren THC-Gehalt die Grenzwerte überschreiten. Zum anderen sehen sich vor allem die unbehandelten Pflanzenteile von CBD- und THC-haltigen Gewächsen zum Verwechseln ähnlich. Letztlich dürfte aber vor allem Unkenntnis über den Sachverhalt zu vielen Polizeieinsätzen führen. Eine Vielzahl unserer Mitbürger kennt den Unterschied der beiden Wirkstoffe nicht, zumal von der Bundesregierung bisher keine nennenswerte Aufklärung erfolgt ist.

Deshalb ist anzunehmen, dass viele Polizeieinsätze auf Irrtümer begründet sind, obwohl kriminelle Ursachen nicht ausgeschlossen werden können. Da der THC-Gehalt vor Ort nicht festgestellt werden kann, braucht es ein chemisch-toxikologisches Gutachten über jedes einzelne Produkt. Und so ist das Ende vom Lied eine Sperrung des Automaten oder der Verkaufsstelle, bis der Sachverhalt geklärt werden kann. Dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem ist die Polizei verpflichtet, gegen den Betreiber ein Strafverfahren einzuleiten, weil der Verdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz besteht.  

Die süßen CBD Gummibärchen sind bei Hanf-Freunden besonders beliebt. (Photo by Pharma Hemp Complex on Unsplash) / Quelle: https://unsplash.com/photos/45eGK42Vzwo

Klare Regelungen notwendig

Und so sind sich viele Anwender unschlüssig, ob sie sich beim Kauf von CBD-Produkten auf rechtskonformem Boden bewegen. Deshalb scheint ein Eingreifen Berlins notwendig, zumal der Ruf nach einer Legalisierung von Hanf immer lauter wird. Zumindest aber könnten Kraut und Blüten aus dem BtMG herausgenommen und alle CBD-Produkte gleichwertig behandelt werden.

Ein großer Schritt wäre es, kleinere Delikte oder Verdachtsmomente als Ordnungswidrigkeit zu behandeln und aus der Strafverfolgung herauszunehmen, um dem Justizapparat die Arbeit zu erleichtern.

Was haltet ihr von dem Thema? Bitte schreibt uns indes auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

 

Content: Gastbeitrag mit Werbe-Verlinkungen von E.M. Extreme Markedship Limited

 

 

 

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